{"id":6884,"date":"2019-06-07T13:33:32","date_gmt":"2019-06-07T11:33:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=6884"},"modified":"2019-07-04T12:45:35","modified_gmt":"2019-07-04T10:45:35","slug":"absolventenbefragung-zeigt-mehrheit-der-nachwuchslehrer-will-in-sachsen-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2019\/06\/07\/absolventenbefragung-zeigt-mehrheit-der-nachwuchslehrer-will-in-sachsen-bleiben\/","title":{"rendered":"Absolventenbefragung zeigt: Mehrheit der Nachwuchslehrer will in Sachsen bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Der Gro\u00dfteil der Absolventen eines Lehramtsstudiums an einer s\u00e4chsischen Hochschule strebt den Berufseinstieg an einer Schule im Freistaat an. Das hat die 3. S\u00e4chsische Absolventenstudie 2018 des Kompetenzzentrums f\u00fcr Bildungs- und Hochschulforschung an der TU Dresden ergeben. Befragt wurden 1225 Absolventen der Pr\u00fcfungsjahrg\u00e4nge 2014 bis 2017.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00bbDie vom Wissenschaftsministerium vorgestellte Absolventenbefragung von Junglehrerinnen und -lehrern zeigt, dass Sachsen die richtigen Weichenstellungen vorgenommen hat\u00ab, so Kultusminister Christian Piwarz. Nicht nur die bessere Bezahlung und die M\u00f6glichkeit der Verbeamtung, sondern auch auf die Verdopplung der Referendariatspl\u00e4tze von ehemals rund 1000 auf derzeit 2050 Pl\u00e4tze machen einen Berufseinstieg f\u00fcr junge Lehrerinnen und Lehrer attraktiver. Zus\u00e4tzlich spielt die tarifliche Aufwertung von Grundschul- und Oberschullehrern eine Rolle. \u00bbAuch die Gew\u00e4hrung von einem Anw\u00e4rtersonderzuschlag von 1000 Euro f\u00fcr Nachwuchslehrkr\u00e4fte, die ihren Vorbereitungsdienst an Schulen in Bedarfsregionen absolvieren, wird sich hoffentlich langfristig auszahlen.\u00ab Die Studie zeigt: Wer in Sachsen den Vorbereitungsdienst absolviert, bewirbt sich danach auch mehrheitlich an einer Schule im Freistaat.<\/p>\n<p>\u00bbDeutlich wird aber auch, wie wichtig es ist, die Lehramtsabsolventinnen und -absolventen gleich nach dem Ersten Staatsexamen in Sachsen zu halten. Wenn sie sich zum Vorbereitungsdienst au\u00dferhalb Sachsens bewerben, verlieren wir sie. Denn: Wer den Vorbereitungsdienst in Sachsen absolviert, der bleibt meist hier, auch wenn er nicht aus Sachsen kommt\u00ab, so Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. \u00bbDie Studie zeigt uns die Punkte, an denen wir ansetzen m\u00fcssen, um noch mehr der an unseren Hochschulen ausgebildeten Lehrkr\u00e4fte im Land zu halten. Erschreckend ist, dass die Unzufriedenheit mit dem politischen Klima in Sachsen offensichtlich f\u00fcr viele junge Lehrer \u2013 besonders wenn sie aus einem anderen Bundesland kommen \u2013 ein triftiger Grund ist, eine Besch\u00e4ftigung au\u00dferhalb Sachsens zu bevorzugen.\u00ab<\/p>\n<h2>Die Ergebnisse der Studie im \u00dcberblick<\/h2>\n<p>Der Ausbau der Lehramtsstudieng\u00e4nge in Sachsen tr\u00e4gt Fr\u00fcchte. W\u00e4hrend zwischen Oktober 2013 und September 2014 818 Personen ihr Lehramtsstudium erfolgreich mit dem Master oder dem ersten Staatsexamen abschlossen, ist die Zahl bis zum Pr\u00fcfungsjahr 2017 auf 1.304 angestiegen. Der starke absolute Anstieg wird vor allem von den Absolventinnen und Absolventen des Lehramts an Grundschulen getragen, deren Anzahl hat sich von ca. 100 auf mehr als 400 vervierfacht. Auch die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen des Lehramts an Ober-\/Mittelschulen hat sich vervierfacht, aber insgesamt auf niedrigerem Niveau (von 30 auf circa 140).<\/p>\n<p>Mit rund 60 Prozent hat der Gro\u00dfteil der Befragten ihre Hochschulzugangsberechtigung innerhalb Sachsens erworben, 29 Prozent in einem anderen \u00bbneuen\u00ab Bundesland, knapp 10 Prozent in den alten Bundesl\u00e4ndern und etwas weniger als 1 Prozent im Ausland.<\/p>\n<p>Der Vorbereitungsdienst wird \u00fcberwiegend in Sachsen absolviert. Fast 70 Prozent haben sich daf\u00fcr entschieden, circa 30 Prozent f\u00fcr ein anderes Bundesland. \u00dcber die vier betrachteten Pr\u00fcfungsjahrg\u00e4nge hat Sachsen deutlich an Attraktivit\u00e4t gewonnen.<\/p>\n<p>58 Prozent der Befragten, die den Vorbereitungsdienst bereits begonnen oder absolviert haben, bewarben sich ausschlie\u00dflich in Sachsen. F\u00fcr 21 Prozent stand fest, dass sie Sachsen verlassen: Sie haben sich ausschlie\u00dflich in einem oder mehreren anderen Bundesl\u00e4ndern beworben. Weitere 22 Prozent bewarben sich innerhalb und au\u00dferhalb Sachsens. Von diesen sind 54 Prozent in den s\u00e4chsischen Vorbereitungsdienst eingetreten.<\/p>\n<p>Die Absolventinnen und Absolventen, die sich (auch) au\u00dferhalb Sachsens beworben haben, wurden nach den wesentlichen Gr\u00fcnden f\u00fcr ihr Bewerbungsverhalten befragt. 60 Prozent gaben die insgesamt bessere Arbeitssituation au\u00dferhalb Sachsens als Grund an. Fast gleich h\u00e4ufig wurden die bessere finanzielle Verg\u00fctung (57 Prozent) und private\/famili\u00e4re Gr\u00fcnde (56 Prozent) genannt. Nur geringf\u00fcgig dahinter rangiert die Unzufriedenheit mit der s\u00e4chsischen Bildungspolitik (55 Prozent). Auch der Verbeamtungswunsch sowie eine hohe verschickte Anzahl an Bewerbungen und bessere Anstellungschancen nach dem Vorbereitungsdienst fanden eine hohe Zustimmung. Deutlich wird damit eine Gemengelage von Gr\u00fcnden, die zu einer Abwanderung f\u00fchren k\u00f6nnen. Trotz dieser Vielzahl von Gr\u00fcnden wird erkennbar, dass es keineswegs nur pers\u00f6nliche und damit schwer beeinflussbare Motive sind, die diesen Abwanderungswunsch hervorgerufen haben. Es gibt durchaus Gr\u00fcnde, die unmittelbar mit dem Vorbereitungsdienst und Anschlussoptionen oder mit Rahmenbedingungen der Besch\u00e4ftigung zu tun haben.<\/p>\n<p>Als Bewerbungsziel steht Sachsen f\u00fcr die Arbeit an einer Schule mit deutlichem Abstand auf Platz eins. Circa drei Viertel der Absolventinnen und Absolventen, die den Vorbereitungsdienst abgeschlossen haben, haben sich in Sachsen beworben. Mit weitem Abstand folgen die an Sachsen angrenzenden Bundesl\u00e4nder Sachsen-Anhalt (22 Prozent) und Brandenburg (11 Prozent). Etwas mehr als die H\u00e4lfte haben sich ausschlie\u00dflich in Sachsen f\u00fcr eine Stelle beworben.<\/p>\n<p>In Bezug auf die regionale Herkunft zeigt sich ein starker Klebeeffekt. Die Absolventinnen und Absolventen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Sachsen erworben haben, nehmen zu 86 Prozent eine Erwerbst\u00e4tigkeit in Sachsen auf. Aber immerhin verbleiben von Alumni aus den anderen neuen Bundesl\u00e4ndern und den alten Bundesl\u00e4ndern jeweils etwa zwei F\u00fcnfteln in Sachsen.<\/p>\n<p>Noch st\u00e4rker ist allerdings der Zusammenhang zwischen den Regionen des Vorbereitungsdienstes und der Erwerbst\u00e4tigkeit. Nahezu alle Absolventinnen und Absolventen mit Vorbereitungsdienst in Sachsen werden dann auch in diesem Bundesland erwerbst\u00e4tig. Von den Alumni, die den Vorbereitungsdienst in den anderen neuen Bundesl\u00e4ndern (inklusive Berlin) absolviert haben, kommen dagegen nur etwa 21 Prozent und aus den alten Bundesl\u00e4ndern sogar nur 6 Prozent zur ersten Erwerbst\u00e4tigkeit zur\u00fcck. Das macht deutlich, dass die Aufnahme des Vorbereitungsdienstes in besonderem Ma\u00dfe ein kritisches Ereignis ist, das dar\u00fcber entscheidet, ob eine Lehrt\u00e4tigkeit an Schulen in Sachsen aufgenommen wird.<\/p>\n<p>Mit der <a href=\"https:\/\/tu-dresden.de\/zqa\/forschung\/Forschungsprojekte\/3-saechsische-Absolventenstudie\/Lehramtsabsolventenstudie\">3. S\u00e4chsischen Absolventenstudie<\/a> wurde erstmals eine Sondererhebung f\u00fcr die Lehramtsstudieng\u00e4nge an den drei s\u00e4chsischen Universit\u00e4ten mit Lehramtsstudium (Leipzig, Dresden und Chemnitz) durchgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gro\u00dfteil der Absolventen eines Lehramtsstudiums an einer s\u00e4chsischen Hochschule strebt den Berufseinstieg an einer Schule im Freistaat an. Das hat die 3. S\u00e4chsische Absolventenstudie 2018 des Kompetenzzentrums f\u00fcr Bildungs- und Hochschulforschung an der TU Dresden ergeben. 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