{"id":6026,"date":"2018-09-11T10:00:04","date_gmt":"2018-09-11T08:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=6026"},"modified":"2018-09-12T15:47:52","modified_gmt":"2018-09-12T13:47:52","slug":"integration-wie-schaffen-wir-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2018\/09\/11\/integration-wie-schaffen-wir-das\/","title":{"rendered":"Integration: WIE schaffen wir das?"},"content":{"rendered":"<p>Die s\u00e4chsischen Schulpsychologen und die Koordinatorinnen f\u00fcr Migration\/Integration des Landesamtes f\u00fcr Schule und Bildung haben k\u00fcrzlich in einer Klausurtagung am Thema \u00bbGelingensbedingungen von Integration\u00ab gearbeitet. Eingeladen dazu war der Psychologe, Autor und Extremismusexperte Ahmad Mansour.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>An sich ist alles klar: Ein Handlungskonzept f\u00fcr alle Schularten, die s\u00e4chsische Konzeption zur Integration von Migranten, sowie die Lehrpl\u00e4ne Deutsch als Zweitsprache f\u00fcr allgemeinbildende und berufsbildende Schulen dienen als Grundlage f\u00fcr die schulische Arbeit und die unterst\u00fctzenden Strukturen.<\/p>\n<p>An den Standorten des Landesamtes f\u00fcr Schule und Bildung stehen Koordinatoren und Referenten f\u00fcr Migration\/Integration zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>In den Schulen arbeiten Betreuungslehrer als Berater, Mentoren und Integrationsbegleiter. Fachberater f\u00fcr Migration und Deutsch als Zweitsprache unterst\u00fctzen die Arbeit der der Schulen und der Schulaufsicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6029 alignleft\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/20180911_Integrationsbeitrag_\u00a9-New-Africa_Fotolia-300x251.png\" alt=\"\" width=\"412\" height=\"375\" \/>Der Freistaat Sachsen hat damit umfangreiche Rahmenbedingungen f\u00fcr die chancengerechte Bildung und Erziehung geschaffen.<\/p>\n<p>Und im Alltag? Bei der t\u00e4glichen Arbeit in Schule und Klassenzimmer?<\/p>\n<p>Nehmen Unsicherheiten zu. Und viele Fragen stehen im Raum, vor allem beim Umgang mit muslimischen Kindern und Jugendlichen und deren Familien.<\/p>\n<p>Was mache ich als Lehrerin, wenn mir der Vater des Kindes das Gespr\u00e4ch verweigert? D\u00fcrfen Kinder im Ramadan trinken? D\u00fcrfen und sollen muslimische Kinder am Schwimmunterricht oder an der Klassenfahrt teilnehmen? Bin ich ein Rassist, wenn ich streng bin und auf das Einhalten von Regeln dringe? Was tue ich, wenn die Kinder nicht zur Schule kommen? Wie kann ich Spannungen zwischen Kindern verschiedener Ethnien abbauen?<\/p>\n<p>Genau diese und weitere Fragen wurden im Gespr\u00e4ch mit Ahmad Mansour diskutiert.<\/p>\n<p>Klar war am Ende der Gespr\u00e4chsrunde, dass Schule zuerst einmal Sicherheit im Umgang mit Sch\u00fclern und Eltern mit Migrationshintergrund ausstrahlen muss. Klare Strukturen und Regeln, an die sich alle, egal welcher Herkunft, halten m\u00fcssen, sind Grundlage f\u00fcr ein gutes Miteinander. Demokratische Wertevermittlung in der Schule, die Etablierung einer respektvollen Streitkultur sind unabdingbar und momentan so wichtig wie lange nicht mehr. Konflikte m\u00fcssen offen angesprochen werden, es gibt keine Tabus. Niemand darf Angst haben, deshalb als \u00bblinks\u00ab oder \u00bbrechts\u00ab stigmatisiert zu werden. Und: Die Kinder und Jugendlichen m\u00fcssen vom ersten Tag an Teil der Schulgemeinschaft sein. Das Wort der Stunde hei\u00dft \u00bbRespekt\u00ab. Respekt vor anderen und vor sich selbst.<\/p>\n<p>Erfolge in der Integration sollten uns anspornen. Probleme d\u00fcrfen aber nicht verschwiegen werden. Wer schweigt, tut sich selbst und anderen keinen Gefallen. Im Gegenteil.<\/p>\n<p>Ahmad Mansour: \u00bbUnd so sollte die Frage nicht sein, <em>ob<\/em> wir Probleme offen ansprechen k\u00f6nnen, sondern <em>wie<\/em> wir es tun k\u00f6nnen. Wie k\u00f6nnen wir Kritik \u00fcben, ohne uns gleich als rechts zu f\u00fchlen oder so bezeichnet zu werden? Wie k\u00f6nnen wir es schaffen, dass Radikale, egal welchem Lager zugeh\u00f6rig, weder vom Schweigen noch von irgendeiner Hysterie profitieren, die manche Kritik nach sich zieht? Wie kann man eine Debatte sachlich betreiben, ohne alle Menschen in einen Topf zu werfen und vorzuverurteilen, ohne sie pauschal zu T\u00e4tern oder Opfern zu machen? (\u2026) Wir sollten voneinander verlangen, eine Gesellschaft von Demokraten zu sein, die Demokratie, Offenheit, Toleranz und Akzeptanz vermittelt und verteidigt. Grunds\u00e4tzlich. Immer. Die Antwort ist auch, dass wir gegenseitig voneinander einfordern sollten, eine Integration zu schaffen, die Unterschiede nicht verurteilt, aber auch nicht zelebriert, sondern Regeln festh\u00e4lt, an die sich alle halten m\u00fcssen. Und schlie\u00dflich ist die Antwort, gegen beides zu sein: gegen falsche Toleranz und Panikmache.\u00ab (Ahmad Mansour: Klartext zur Integration. Gegen falsche Toleranz und Panikmache. S. Fischer, 2018, S. 9 ff.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die s\u00e4chsischen Schulpsychologen und die Koordinatorinnen f\u00fcr Migration\/Integration des Landesamtes f\u00fcr Schule und Bildung haben k\u00fcrzlich in einer Klausurtagung am Thema \u00bbGelingensbedingungen von Integration\u00ab gearbeitet. 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