{"id":5322,"date":"2018-01-09T10:09:21","date_gmt":"2018-01-09T09:09:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=5322"},"modified":"2018-01-24T11:54:55","modified_gmt":"2018-01-24T10:54:55","slug":"hoeher-schneller-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2018\/01\/09\/hoeher-schneller-weiter\/","title":{"rendered":"H\u00f6her, schneller, weiter"},"content":{"rendered":"<p>Das Mega-Thema Digitalisierung beherrscht die Diskussion um die Zukunft der berufsbildenden Schulen. Die Gegenwart ist derweil oft gepr\u00e4gt durch den Mangel an Azubis, Lehrern und moderner Ausstattung. Bei n\u00e4herer Betrachtung zeigt sich: Alles h\u00e4ngt miteinander zusammen.<\/p>\n<h4>Text: Alexander Laboda, KLASSE-Redaktion; Fotos: Benjamin Jenak<\/h4>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5328\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse1.jpg 1440w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse1-1280x853.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Nach der ersten Frage l\u00e4chelt Andreas Duesmann. Erspart ihm der Reporter durch seinen Besuch eine Unterrichtsstunde? \u00bbJa, eigentlich h\u00e4tte ich Russisch\u00ab, sagt Duesmann. Der 19-J\u00e4hrige ist Sch\u00fcler der Karl-Heine-Schule Leipzig. Nach dem Gespr\u00e4ch mit dem angehenden Industriemechaniker ist klar: Die Verschnaufpause war dem jungen Mann nur allzu sehr zu g\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zeit zum Ausruhen hat Andreas Duesmann sonst wenig. Er absolviert eine Art Turbo-Ausbildung. Kommendes Jahr wird der Azubi des Leipziger BMW-Werks voraussichtlich nicht nur die Pr\u00fcfung zum Industriemechaniker erfolgreich ablegen, sondern zugleich das Abiturzeugnis in der Tasche haben \u2013 und das nach nur vier Jahren. Normalerweise dauert das sechseinhalb Jahre. M\u00f6glich macht das die \u00bbDuale Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen\u00ab (DuBAS). \u00bbWir haben im Wechsel wochenweise Berufsschule, Ausbildung im Betrieb und Unterricht in den Abiturf\u00e4chern\u00ab, erkl\u00e4rt Duesmann den Ablauf von DuBAS.<\/p>\n<p>Dabei ist geistige Flexibilit\u00e4t gefragt. F\u00fcr das Abitur befasst sich Duesmann derzeit etwa mit der \u00bbDeutschstunde\u00ab von Siegfried Lenz und mit Vektorenrechnung. In der Berufsschule stehen Statik, Getriebe und Automatisierungstechnik auf dem Plan. Und im Betrieb geht es unter anderem um Werkzeugbau. \u00bbDas ist schon alles sportlich, man muss sich hinsetzen\u00ab, sagt Duesmann. Schulferien gibt es f\u00fcr die Sch\u00fcler nicht, lediglich Urlaubstage. Die Zeitersparnis kommt au\u00dferdem zustande, indem Doppelungen bei der praktischen und theoretischen Ausbildung sowie in Berufsschule und Beruflichem Gymnasium vermieden werden.<\/p>\n<p>DuBAS-Sch\u00fcler sind bisher eine seltene Spezies. Im vergangenen Schuljahr begannen nur knapp 178 junge Menschen eine solche Ausbildung \u2013 bei einer Gesamtzahl von 101.022 Sch\u00fclern an berufsbildenden Schulen in Sachsen. Dennoch ist die Bedeutung von DuBAS kaum zu untersch\u00e4tzen. Der neue Bildungsgang, der 2011 als Schulversuch in Leipzig, Dresden und Bautzen startete, ist eine Antwort auf gleich zwei Herausforderungen: die Digitalisierung und den Mangel an Azubis.<\/p>\n<h3>Fachkr\u00e4fte f\u00fcr die digitalisierte Wirtschaft<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5327\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/klasse2.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/klasse2.jpg 1440w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/klasse2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/klasse2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/klasse2-1280x853.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>\u00bbWir halten gro\u00dfe St\u00fccke auf DuBAS\u00ab, sagt Dr. Gert Ziener, Abteilungsleiter f\u00fcr Wirtschafts- und Bildungspolitik bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig. Im Blick hat er dabei zun\u00e4chst die Lage auf dem Ausbildungsmarkt: \u00bbViele junge Menschen wollen die Hochschulreife. Wir m\u00fcssen die berufliche deshalb st\u00e4rker an die akademische Bildung koppeln.\u00ab DuBAS bringe aber auch Fachkr\u00e4fte hervor, die f\u00fcr die digitalisierte Wirtschaft, die Industrie 4.0, ben\u00f6tigt werden. \u00bbNicht umsonst haben wir bei DuBAS ja auch mit den Informatik- und Metallberufen begonnen\u00ab, erkl\u00e4rt Ziener. Ein Teil der Fachkr\u00e4fte von morgen m\u00fcsse eine h\u00f6here Qualifizierung mitbringen als heute. \u00bbDa ist es gut, wenn man Abitur und Berufsausbildung hat und danach noch draufsatteln kann.\u00ab<\/p>\n<p>Bisher k\u00f6nnen in Sachsen nur IHK-Azubis die duale Berufsausbildung mit Abitur machen. Ab 2018 sollen Lehrlinge aus dem Handwerk hinzukommen, zun\u00e4chst aus dem Elektrobereich.<br \/>\nDr. Andreas Brzezinski, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Handwerkskammer Dresden, will so ebenfalls die Attraktivit\u00e4t der Lehre erh\u00f6hen: \u00bbWir m\u00fcssen feststellen, dass wir bislang nicht gen\u00fcgend ad\u00e4quate Angebote f\u00fcr ambitionierte Bewerber haben. Wir m\u00fcssen uns aber m\u00f6glichst breit aufstellen. Deshalb brauchen wir mehr Durchl\u00e4ssigkeit zu h\u00f6heren Abschl\u00fcssen\u00ab, sagt er. Zugleich m\u00fcssten generell Lehrpl\u00e4ne aktualisiert werden, weil st\u00e4ndig neue Anforderungen entstehen. Auch im Handwerk wachsen die Anspr\u00fcche an Bewerber mit der Digitalisierung. Als Beispiel nennt Brzezinski die Geb\u00e4udetechnik: \u00bbHier gibt es einen flie\u00dfenden \u00dcbergang zum Thema Smart Home, also zur Vernetzung von Technik und Ger\u00e4ten in Haushalten. Das ist ein Bereich, in dem wir in Zukunft auch Ansprechpartner mit akademischer Bildung brauchen.\u00ab<\/p>\n<p>Doch was n\u00fctzen aktuelle Lehrpl\u00e4ne und attraktive Abschl\u00fcsse, wenn die Ausstattung veraltet ist und digitales Lernen keine Rolle spielt? Der \u00bbMonitor Digitale Bildung\u00ab, eine k\u00fcrzlich erschienene Studie der Bertelsmann-Stiftung, attestiert den deutschen berufsbildenden Schulen hier gro\u00dfen Nachholbedarf. Die Potenziale des digitalen Lernens k\u00e4men bislang kaum zur Geltung. \u00bbInnovation scheitert an mangelnden Kompetenzen und Ressourcen\u00ab, schrieben die Autoren. Alarmierend sei, dass \u00fcberwiegend kein oder nur unzureichendes WLAN zur Verf\u00fcgung stehe.<\/p>\n<p>Den ganzen Beitrag k\u00f6nnen Sie in der <a href=\"https:\/\/www.smk.sachsen.de\/5240.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aktuellen KLASSE<\/a> nachlesen ab Seite 6.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.smk.sachsen.de\/5240.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5324\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse32017.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"564\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse32017.png 732w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Klasse32017-213x300.png 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Mega-Thema Digitalisierung beherrscht die Diskussion um die Zukunft der berufsbildenden Schulen. 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