{"id":5233,"date":"2017-11-27T09:38:10","date_gmt":"2017-11-27T08:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=5233"},"modified":"2017-12-12T09:43:43","modified_gmt":"2017-12-12T08:43:43","slug":"inklusion-schulversuch-erina-ausgewertet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2017\/11\/27\/inklusion-schulversuch-erina-ausgewertet\/","title":{"rendered":"Inklusion: Schulversuch ERINA ausgewertet"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem Schuljahr 2012\/13 wird in vier s\u00e4chsischen Modellregionen das gemeinsame Lernen von Sch\u00fclern mit und ohne sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf erprobt. Die Ergebnisse des Schulversuchs \u00bbERINA\u00ab wurden nun im Rahmen eines Fachtages vorgestellt.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5258 alignleft\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum3_12-Blog-1600x1067.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum3_12-Blog-1600x1067.jpg 1600w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum3_12-Blog-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum3_12-Blog-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum3_12-Blog-1800x1200.jpg 1800w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum3_12-Blog-1280x853.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Ziel des Schulversuchs ist es, den gemeinsamen Unterricht von Sch\u00fclern mit und ohne sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf an s\u00e4chsischen Regelschulen weiterzuentwickeln und zu verbessern. Die Ergebnisse des Schulversuchs zeigen, dass Inklusion ein Entwicklungsprozess ist, der nur mit viel Mut, Kooperation und Engagement der Beteiligten gelingen kann.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.schule.sachsen.de\/15591.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulversuch ERINA<\/a> verfolgt vier Teilziele. Das erste Teilziel umfasst die Entwicklung und Erprobung des lernzieldifferenten Unterrichts in der Sekundarstufe I. Unter lernzieldifferentem Unterricht wird verstanden, dass Sch\u00fcler mit den F\u00f6rderschwerpunkten geistige Entwicklung und Lernen an den Oberschulen unterrichtet werden k\u00f6nnen, jedoch nach individuellen Lehrpl\u00e4nen.<\/p>\n<h3>Verschiedene Organisationsformen durchgef\u00fchrt<\/h3>\n<p>Der Unterricht in den Regelklassen wird individuell abgestimmt. Ein Augenmerk liegt auf der engen Begleitung von Schul\u00fcberg\u00e4ngen, wie zum Beispiel von der Grund- auf die Oberschule oder schlie\u00dflich an eine berufsbildende Schule. Zudem sind verschiedene Organisationsformen Bestandteil der Erprobungsphase: die Einzelintegration eines oder mehrerer Sch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf in einer Regelschulklasse und die Beschulung nach dem Modell der Kooperationsklasse, bei welchem eine F\u00f6rderschul- und eine Regelschulklasse in ausgew\u00e4hlten F\u00e4chern zusammen unterrichtet werden.<\/p>\n<p>Im Ergebnis sind an den Grundschulen sowohl das Kooperationsmodell als auch die Einzelintegration erfolgreich umgesetzt worden. Besonders gut ist die Inklusion gelungen, wenn der Schulalltag an die Bed\u00fcrfnisse der Sch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf angepasst wurde, wie durch l\u00e4ngere Pausen oder individuelle Lernzeiten. Als positiver Faktor stellte sich auch die gemeinsame Bearbeitung eines Unterrichtsthemas heraus, das jedoch mit unterschiedlichen Arbeitsmaterialien und Aufgaben gefestigt wird. Daneben hat zum Gelingen des lernzieldifferenten Unterrichts die individuelle Unterst\u00fctzung beigetragen, beispielsweise durch Lernhilfen, F\u00f6rderunterricht und Arbeitsgruppen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5247\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum27-1600x1067.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum27-1600x1067.jpg 1600w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum27-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum27-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum27-1800x1200.jpg 1800w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Raum27-1280x853.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<p>Im Verlauf des Schulversuchs zeigte sich jedoch auch, dass die Einzelintegration in den h\u00f6heren Klassen der Oberschulen schlechter zu organisieren ist als in den Grundschulen. Die Lehrpl\u00e4ne der Oberschulen und der Schulen f\u00fcr geistig Behinderte sind schwieriger miteinander zu verkn\u00fcpfen, sodass die Entwicklung lebenspraktischer Kompetenzen nicht immer ausreichend ber\u00fccksichtigt werden konnte. Hier mussten die Schulen zus\u00e4tzliche individuelle Angebote entwickeln und die Zeit des gemeinsamen Unterrichts reduzieren. Einzelintegrationen mehrerer Sch\u00fcler und Kooperationsklassen erwiesen sich als effektiver und flexibler in der Gestaltung des gemeinsamen Unterrichts.<\/p>\n<h3>Zusammenarbeit wichtiger Gelingensfaktor<\/h3>\n<p>Das zweite Teilziel richtet sich vor allem auf die enge Vernetzung und gegenseitige Unterst\u00fctzung der am Schulversuch beteiligten Akteure. Dies sind die ERINA-Schulen, Kinderg\u00e4rten, Horte, aber auch au\u00dferschulische Partner. Positiv hat sich im besonderen Ma\u00dfe der Einsatz von Sonderp\u00e4dagogen und Inklusionsbegleitern im gemeinsamen Unterricht gezeigt. Gute Absprachen und enge Zusammenarbeit, Transparenz und Dokumentation der Vereinbarungen, verl\u00e4ssliche Ansprechpartner und feste Strukturen zwischen Lehr- und Fachkr\u00e4ften sind ebenso f\u00f6rderlich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5253\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/StM-Haubitz2-blog-1600x1107.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/StM-Haubitz2-blog-1600x1107.jpg 1600w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/StM-Haubitz2-blog-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/StM-Haubitz2-blog-768x531.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/StM-Haubitz2-blog-1280x886.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<blockquote>\n<h3><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">\u00bbDie Umsetzung des lernzieldifferenten Unterrichtes ist an Herausforderungen gebunden, die von der Einzelschule weder strukturell noch organisatorisch oder personell allein bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus zeigen Erfahrungen aus dem Schulversuch, aber auch aus anderen Bundesl\u00e4ndern, dass sich Erfolge vor allem dort einstellen, wo Haltungen zu Inklusion positiv sind, Kollegien an einem Strang ziehen und Aufgaben und Verantwortlichkeiten teilen.\u00ab <\/span><\/h3>\n<\/blockquote>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Kultusminister Frank Haubitz<\/p>\n<p>Das dritte Teilziel umfasst die Qualifizierung der am Schulversuch beteiligten Personen. So unterst\u00fctzen beispielsweise Fortbildungen, Hospitationen, Fachtage und Coaching-Angebote die Lehrkr\u00e4fte, die Anforderungen der lernzieldifferenten Beschulung umzusetzen.<\/p>\n<p>Das vierte Teilziel ist es, die Eltern eng in den Schulversuch einzubeziehen, sie \u00fcber die Inhalte und Ziele zu informieren und einen guten Austausch sicherzustellen.<\/p>\n<h3>Materialien f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte abrufbar<\/h3>\n<p>Die im Schulversuch erfolgreich erprobten Ma\u00dfnahmen werden in die k\u00fcnftige Arbeit der Schulen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einflie\u00dfen. F\u00fcr Lehrer stehen Planungsbeispiele zur <a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2017\/11\/21\/unterstuetzung-zur-planung-von-lernzieldifferentem-unterricht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unterst\u00fctzung beim lernzieldifferenten Unterricht<\/a> sowie der Leitfaden \u00bbBinnendifferenzierung und lernzieldifferenter Unterricht\u00ab in der <a href=\"http:\/\/www.schule.sachsen.de\/lpdb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrplandatenbank<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Am Schulversuch ERINA nehmen acht Grundschulen, sechs Oberschulen, vier Gymnasien, ein Berufsschulzentrum sowie sieben F\u00f6rderschulen in den Modellregionen Bobritzsch-Hilbersdorf, Leipzig, Oelsnitz\/Vogtland und Radebeul\/Moritzburg\/Coswig teil. Im Schuljahr 2016\/17 wurden insgesamt 291 Sch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf inklusiv an den am Schulversuch beteiligten Grund- und Oberschulen sowie Gymnasien unterrichtet. Die Projektleitung wird von der Landesarbeitsstelle Schule-Jugendhilfe Sachsen e. V. \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Der Freistaat Sachsen hat den ERINA-Schulen zus\u00e4tzliche Ressourcen zur Erprobung des gemeinsamen Unterrichts zur Verf\u00fcgung gestellt. Dazu z\u00e4hlen Mittel f\u00fcr Sachkosten, f\u00fcr regionale und zentrale Fortbildungen und Personal. An 14 von 26 Schulversuchsschulen werden Inklusionsbegleiter eingesetzt. Die lernzieldifferente Unterrichtung wird zum 1. August 2018 an den s\u00e4chsischen Oberschulen m\u00f6glich sein. Zu diesem Zeitpunkt endet auch der Schulversuch.<\/p>\n<p>Details und Ergebnisse zum Schulversuch ERINA sind zudem in zwei <a href=\"https:\/\/publikationen.sachsen.de\/bdb\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brosch\u00fcren<\/a> abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Schuljahr 2012\/13 wird in vier s\u00e4chsischen Modellregionen das gemeinsame Lernen von Sch\u00fclern mit und ohne sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf erprobt. 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