{"id":5056,"date":"2017-10-24T13:34:46","date_gmt":"2017-10-24T11:34:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=5056"},"modified":"2017-11-08T16:27:07","modified_gmt":"2017-11-08T15:27:07","slug":"retter-der-tafel-runde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2017\/10\/24\/retter-der-tafel-runde\/","title":{"rendered":"Die Retter der Tafel-Runde"},"content":{"rendered":"<h4>Ein Gastbeitrag von\u00a0Susanna Siwczyk, Sch\u00fclerin des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums Kamenz<\/h4>\n<p>F\u00fcr einige gibt es genau zwei gute Gr\u00fcnde, Lehrer zu werden: Juli und August. F\u00fcr Realisten gibt es einige andere,\u00a0<em>bessere\u00a0<\/em>Gr\u00fcnde, Lehrer zu werden:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Die M\u00f6glichkeit, mit Sch\u00fclern zusammenzuarbeiten und im besten Fall seine Begeisterung f\u00fcr sein Fachgebiet an diese weiterzugeben.<\/li>\n<li>Die M\u00f6glichkeit, junge Menschen in einer ihrer pr\u00e4gendsten Lebensphasen zu begleiten und positiv zu beeinflussen.<\/li>\n<li>Die M\u00f6glichkeit, eine gewisse Genugtuung zu f\u00fchlen, wenn man seinen Job besser macht als der eine oder andere Lehrer in der eigenen Schulzeit.<\/li>\n<li>Und schlie\u00dflich die M\u00f6glichkeit, zu beweisen, dass die Koexistenz von Schule und Spa\u00df tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist.<\/li>\n<\/ul>\n<h4><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5061\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Retter-der-TafelRunde.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"883\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Retter-der-TafelRunde.jpg 3704w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Retter-der-TafelRunde-300x265.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Retter-der-TafelRunde-768x678.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Retter-der-TafelRunde-1359x1200.jpg 1359w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Retter-der-TafelRunde-1280x1130.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/h4>\n<p>Aus genau diesen Gr\u00fcnden versammelten sich neun lehramtsinteressierte Sch\u00fcler des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums Kamenz am Freitag, dem 13. Oktober 2017,\u00a0 im S\u00e4chsischen Kultusministerium in Dresden zur Konferenz der \u00bbRetter der Tafel-Runde\u00ab. Gemeinsam befragten sie vier Experten zum Thema \u00bbLehrer werden\u00ab. Dr. Rainer Heinrich, Referatsleiter f\u00fcr Gymnasien, Abendgymnasien und Kollegs, er\u00f6ffnete die Runde mit einer kurzen Einf\u00fchrungsrede. \u00bbLehrer zu sein, ist eine der sch\u00f6nsten und erf\u00fcllendsten Besch\u00e4ftigungen \u00fcberhaupt. Allerdings sind weder das Studium noch der sp\u00e4tere Beruf ein Spaziergang.\u00ab Einige Grundqualifikationen eines Lehrers bestehen aus gutem Zeitmanagement, hoher Belastbarkeit und Flexibilit\u00e4t sowie einem gewissen Kommunikationstalent und im besten Fall noch einer guten Portion Humor. Aber am wichtigsten ist nat\u00fcrlich immer noch die F\u00e4higkeit, andere mit seiner Begeisterung und Motivation f\u00fcr ein bestimmtes Fach anzustecken.<\/p>\n<p>Auch Ariunaa Ishig, Diplompsychologin und Studienberaterin an der Technischen Universit\u00e4t Dresden, betonte die Bedeutung dieser Qualifikation. Auf die Frage, wie denn mit verhaltensauff\u00e4lligen Sch\u00fclern umzugehen sei, antwortete sie: \u00bbJeder Sch\u00fcler hat das Potential, etwas Gro\u00dfes zu leisten. Dieses Potential zu finden, kann bei sogenannten Problemsch\u00fclern manchmal etwas schwierig sein. Doch wenn Sie es schaffen, ihre Sch\u00fcler wirklich mitzurei\u00dfen und ihre Begeisterung weiterzugeben, l\u00e4sst sich auch das am tiefsten verborgene Potential ans Licht bringen.\u00ab<\/p>\n<p>Eine weitere Thematik der \u00bbTafel-Runde\u00ab war der n\u00f6tige Abidurchschnitt f\u00fcr ein Lehramtsstudium. Einige der versammelten Sch\u00fcler machten sich Sorgen, eventuell den erforderlichen Numerus Clausus f\u00fcr ihr jeweiliges Fach nicht bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. Doch hier gibt es gute Nachrichten: Man kann seine Chancen auf einen Studienplatz mit ein paar kleinen Tricks erh\u00f6hen. Zum einen gibt es Wartesemester. Je mehr man davon hat, desto wahrscheinlicher ist es, einen Studienplatz zu bekommen. Allerdings muss man dann nat\u00fcrlich eine Weile warten, bis man tats\u00e4chlich mit seinem Studium beginnen kann. Seit diesem Jahr macht es eine neue Regelung aber auch m\u00f6glich, mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Bereich P\u00e4dagogik, seine Leistungen f\u00fcr ein Lehramtsstudium aufzubessern. Dieses FSJ wird mit den gesammelten Wartesemestern zusammengez\u00e4hlt und neben dem Abiturdurchschnitt als separate Zahl aufgef\u00fchrt. Ist diese Zahl sehr hoch, sind auch die Chancen auf einen Studienplatz sehr hoch.<\/p>\n<p>\u00bbUnd wie sieht es mit Auslandsaufenthalten w\u00e4hrend des Studiums aus?\u00ab, war die n\u00e4chste Frage an die Experten, die Alexander Bretschneider, Referendar f\u00fcr Deutsch und Latein an der Ausbildungsst\u00e4tte in Dresden, bereitwillig beantwortete. Er verbrachte ein Semester in Italien und fand es gro\u00dfartig. Auslandssemester sind eine grandiose M\u00f6glichkeit, die eigenen F\u00e4higkeiten im jeweiligen Fach zu verbessern und zu erweitern, neue Erfahrungen zu sammeln und Eigenverantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Man sollte nat\u00fcrlich nicht v\u00f6llig in der weiten Welt verlorengehen. Der Lehrermangel in Sachsen, besonders an Grund- und Oberschulen, ist schon lange ein Problem. Zwar bewarben sich dieses Jahr 2168 Abiturienten als Grundschullehrer \u2013\u00a0 allerdings auf nur 150 zu vergebende Studienpl\u00e4tze. Auch mangelt es an Fachlehrern f\u00fcr F\u00e4cher wie Biologie, Chemie und Informatik. Au\u00dferdem sind in Sachsen mehr als 50 Prozent der Lehrer \u00fcber 50 Jahre alt. Zwar haben diese Lehrer viel Erfahrung, allerdings haben leider viele im Laufe der Jahre ihre Motivation verloren oder unterrichten mit alten Methoden, mit denen viele Sch\u00fcler nicht wirklich etwas anfangen k\u00f6nnen. Deshalb werden junge Lehrer dringend als moderner und dynamischer Nachwuchs in Sachsen gebraucht. Frau Ishig appelliert daher an die Sch\u00fcler: \u00bbMachen Sie ein Auslandssemester. Reisen Sie, erweitern Sie ihren Horizont und sammeln Sie neue Erfahrungen. Aber bitte kommen Sie wieder.\u00ab<\/p>\n<p>Zum Abschluss der \u00bbKonferenz der zuk\u00fcnftigen Lehrer\u00ab betonte der Initiator der Veranstaltung Volker Neubert, Gymnasiallehrer f\u00fcr Deutsch und Geschichte in Kamenz und Fachausbildungsleiter f\u00fcr Deutsch an der Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr das H\u00f6here Lehramt an Gymnasien in Dresden, erneut die Bedeutung des Lehrerberufs. Als Lehrer muss man bereit sein, seine sozialen, p\u00e4dagogischen und psychologischen Kenntnisse ein Leben lang weiterzuentwickeln und zu verbessern. Lehrer sind Zukunftsgestalter, denn sie unterrichten und erziehen diejenigen, die bald f\u00fcr die Zukunft des Landes verantwortlich sein werden. \u00bbLassen Sie uns die s\u00e4chsische Schule gestalten.\u00ab, forderte er. \u00bbEs lohnt sich, Lehrer zu werden, zu sein und zu bleiben.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gastbeitrag von\u00a0Susanna Siwczyk, Sch\u00fclerin des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums Kamenz F\u00fcr einige gibt es genau zwei gute Gr\u00fcnde, Lehrer zu werden: Juli und August. 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