{"id":12441,"date":"2025-12-11T15:15:00","date_gmt":"2025-12-11T14:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=12441"},"modified":"2025-12-29T10:48:25","modified_gmt":"2025-12-29T09:48:25","slug":"lesereise-gunda-trepp-ueber-antisemitismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2025\/12\/11\/lesereise-gunda-trepp-ueber-antisemitismus\/","title":{"rendered":"Lese- und Diskussionsreise: Gunda Trepp spricht mit Sch\u00fclern \u00fcber Antisemitismus"},"content":{"rendered":"\n<p>Zuh\u00f6ren, fragen, diskutieren: Gunda Trepp kommt sachsenweit mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern an allgemein- und berufsbildenden Schulen ins Gespr\u00e4ch. Ziel der Lesereise: \u00fcber Judentum und Antisemitismus aufkl\u00e4ren, Wissen vermitteln und Stereotype aufbrechen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u00bbIch m\u00f6chte, dass Sie hier etwas mitnehmen\u00ab, erkl\u00e4rt Gunda Trepp den zehn angehenden Erzieherinnen und Erziehern der Freien berufsbildenden Schule Dresden \u2013 Fachschule f\u00fcr Sozialwesen zu Beginn ihrer Lesereise. Die Klasse von Lehrerin Anne Siedentopf soll heute \u00bbin eine andere Lebenswelt hineinschauen\u00ab. \u00bbWir sind eine \u203aSchule ohne Rassismus, Schule mit Courage\u2039 \u2013 das Thema ist uns sehr wichtig. Ich finde den Perspektivwechsel und Empathie f\u00fcr andere Lebensmodelle wichtig\u00ab, unterstreicht die Lehrerin.<\/p>\n\n\n\n<p>Pro Schultag kommt Gunda Trepp mit bis zu drei Lerngruppen bzw. Schulklassen ins Gespr\u00e4ch. Die mit einer Lesung beginnenden Diskussionsrunden dauern jeweils 90 Minuten und werden ab Klassenstufe 8 empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"1200\" data-id=\"12449\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SMK05672-800x1200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12449\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SMK05672-800x1200.jpg 800w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SMK05672-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SMK05672-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/SMK05672-1024x1536.jpg 1024w, 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aufzukl\u00e4ren?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gunda Trepp:<\/strong> Es ist ungemein wichtig, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zumindest ansatzweise verstehen, was das Judentum ausmacht \u2013 dass es nicht nur eine Religion ist, sondern eine Kultur \u2013 dass die Juden eine gemeinsame Geschichte haben, eine Sprache, die sie verbindet. Ich erz\u00e4hle etwas \u00fcber die Diversit\u00e4t im Judentum. Sie h\u00f6ren \u00fcber die mizrachischen Juden im Nahen Osten genauso wie \u00fcber die aschkenasischen und sephardischen J\u00fcdinnen. Zudem h\u00f6ren sie, dass Reformjuden nicht weniger religi\u00f6s sein m\u00fcssen als die Orthodoxen, dass sie aber andere Schwerpunkte setzen und die aktive Rolle der Frauen betonen. Wichtig ist es, weil die meisten Sch\u00fcler zwar keine j\u00fcdischen Menschen kennen, aber Stereotype in ihren K\u00f6pfen haben, die bei vielen durch die sozialen Medien noch verst\u00e4rkt werden. Diesen Stereotypen m\u00f6chte ich die Realit\u00e4t entgegenhalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was geben Sie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fcr ihren Alltag an die Hand, um stereotype Vorstellungen\u00a0aufzubrechen und Vorurteile zu entkr\u00e4ften?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gunda Trepp: <\/strong>Ich erz\u00e4hle ihnen ein wenig \u00fcber das j\u00fcdische Denken. Sie staunen oft, wie viele Werte, die ihnen vertraut sind, aus dem Judentum stammen. So ruft die Tora an mehreren Stellen dazu auf, den Fremden zu sch\u00fctzen und zu lieben, den Menschen also, dessen Denken uns nicht vertraut ist, der uns als anders und fremd erscheint. Ich erz\u00e4hle von den Ans\u00e4tzen des Umwelt- und Tierschutzes in der Tora, die im Talmud weiter ausgebaut werden. Und nat\u00fcrlich, dass wir das, was in der Tora, den f\u00fcnf B\u00fcchern Mose, steht, ohne die Interpretation der Gelehrten im Talmud nicht verstehen. Denn viele Stereotype sind darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Kirche den j\u00fcdischen Gott des \u00bbAlten Testaments\u00ab als r\u00fcckst\u00e4ndig, rachs\u00fcchtig und unnachgiebig dargestellt hat. Das ist der Antijudaismus, der sich heute \u00bbmodernisiert\u00ab hat, also in neuem Gewand lebendig ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was liegt Ihnen bei Ihrer Lesereise besonders am Herzen? Was motiviert Sie?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gunda Trepp: <\/strong>Ich m\u00f6chte die Sch\u00fcler f\u00fcr die Offenheit einer liberalen Demokratie begeistern. Auch darum erz\u00e4hle ich ihnen ein wenig \u00fcber die Rabbiner des Talmuds. Die haben eine Streitkultur begr\u00fcndet, die uns heute noch Vorbild sein kann. Wir k\u00f6nnen verschiedener Meinung sein. Auseinandersetzungen \u00fcber den richtigen Weg sind nicht nur interessant, sondern notwendig in einer Demokratie. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn zumindest ein Teil der Sch\u00fcler versteht, dass die j\u00fcdischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Deutschland etwas Wertvolles zu dieser Diskussion beitragen k\u00f6nnen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollten, wenn sie an J\u00fcdinnen und Juden denken, nicht nur Antisemitismus und die Shoah einfallen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die Zukunft?<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gunda Trepp: <\/strong>Dass wir es in Deutschland schaffen, die Verschiedenheit der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger als Bereicherung wahrzunehmen und nicht als Bedrohung. Ich w\u00fcnsche mir, dass wir uns gemeinsam f\u00fcr etwas einsetzen, anstatt gegeneinander zu k\u00e4mpfen. Davon profitieren n\u00e4mlich nur die Feinde der Demokratie. Und davon gibt es ohnehin schon zu viele. Wenn Demokratinnen und Demokraten dar\u00fcber streiten, wie gro\u00dfe Probleme am besten gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, ohne sich zu bekriegen und zu canceln, sind wir auf dem richtigen Weg. Das Judentum hat dazu einiges zu sagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Gunda Trepp ist gelernte Juristin und Journalistin. 2022 erschien ihr Buch \u00bbGebrauchsanleitung gegen Antisemitismus\u00ab. Die in Berlin und San Francisco lebende Autorin engagiert sich auf verschiedene Weise f\u00fcr ein diskriminierungsfreies Miteinander in der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lesereise ist eine Ma\u00dfnahme des Landesamtes f\u00fcr Schule und Bildung und wird vom S\u00e4chsischen Staatsministerium f\u00fcr Kultus und dem Beauftragten der S\u00e4chsischen Staatsregierung f\u00fcr das J\u00fcdische Leben unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuh\u00f6ren, fragen, diskutieren: Gunda Trepp kommt sachsenweit mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern an allgemein- und berufsbildenden Schulen ins Gespr\u00e4ch. 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