{"id":1191,"date":"2016-02-25T14:55:15","date_gmt":"2016-02-25T13:55:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=1191"},"modified":"2017-12-12T09:36:20","modified_gmt":"2017-12-12T08:36:20","slug":"dialogforum-in-torgau-lehrer-braucht-das-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2016\/02\/25\/dialogforum-in-torgau-lehrer-braucht-das-land\/","title":{"rendered":"Dialogforum in Torgau: Lehrer braucht das Land"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Drittel des Dialog-Marathons sind nun mit dem gestrigen Dialogforum in Torgau bereits vorbei. Rund 87 Interessierte kamen in das\u00a0 Johann-Walter-Gymnasium, um mit Kultusministerin Brunhild Kurth und sechs Fachexperten aus dem Ministerium \u00fcber den Entwurf des neuen Schulgesetzes zu diskutieren. Schuldirektor Peter Nowack lie\u00df keinen Zweifel daran, dass es der richtige Ort sei. <a href=\"http:\/\/www.schule.sachsen.de\/20997.htm\" target=\"_blank\">Bildergalerie<\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Inklusion interessiert am brennendsten<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_1199\" aria-describedby=\"caption-attachment-1199\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1199 size-medium\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-11-300x214.jpg\" alt=\"B\u00fcrgerdialog Torgau 1\" width=\"300\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-11-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-11.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1199\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Nicole Herzog<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Thema Inklusion interessierte wieder am brennendsten, so dass der Tisch von Moderator Holger Thomas &#8211; von Beruf her Pfarrer und Religionslehrer &#8211; mit 24 Frauen und 13 M\u00e4nnern sehr gro\u00df geriet, die Quintessenz: Inklusion ja, aber nicht um den Preis des Unterganges \u2013 der Weg zur\u00fcck, also vom Versuch der betreuten Eingliederung in die Regelschule zur\u00fcck zur F\u00f6rderschule, m\u00fcsse gut verzahnt m\u00f6glich bleiben.<br \/>\nDaneben, im schallged\u00e4mmten Musiksaal, wartete nicht nur der Stammbaum der Rockgeschichte als Lernmittel, sondern mit dem Schulausstattung ein n\u00e4chstes heikles Thema. Moderator Ralf Kr\u00fcger hatte hier eine sehr konstruktive 15-k\u00f6pfige Runde, darunter auch zwei Sch\u00fcler- und zwei Elternvertreter, aber auch Torgauer Politprominenz: Landrat Kai Emanuel sa\u00df gleich neben Oberb\u00fcrgermeisterin Romina Barth. Auch deren Vorg\u00e4ngerin, Andrea Staude, nun designierte Beigeordnete in Borna, mischte sich oft ein \u2013 forderte zum Beispiel einen Mindeststandard an Ausstattung f\u00fcr jede Schulart \u2013 und eine feste Investitionsquote f\u00fcr Freistaat und Schultr\u00e4ger.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1200\" aria-describedby=\"caption-attachment-1200\" style=\"width: 203px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1200 size-medium\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-2-203x300.jpg\" alt=\"B\u00fcrgerdialog Torgau 2\" width=\"203\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-2-203x300.jpg 203w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/B\u00fcrgerdialog-Torgau-2.jpg 675w\" sizes=\"auto, (max-width: 203px) 100vw, 203px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1200\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Nicole Herzog<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Nachdenken \u00fcber Beamtenstatus<\/h2>\n<p>Der Landrat ging noch weiter: Der Freistaat m\u00fcsse aktiv etwas tun, um\u00a0 Lehrer aufs Land zu bekommen \u2013 und forderte angesichts des gegen\u00fcberliegenden Brandenburgs ernsthaftes Nachdenken \u00fcber den\u00a0 Beamtenstatus. Ministerin Kurth, wie immer sehr offen, aber auch\u00a0diplomatisch, antwortete, dass dieses Nachdenken auch in Dresden l\u00e4ngst kein Tabu mehr sei. Stimmungsvoll, aber konstruktiv, ging es diesmal in der Runde \u00bbSchulen im l\u00e4ndlichen Raum\u00ab mit drei Frauen und zw\u00f6lf M\u00e4nnern zu: Auch hier konkrete Forderungen: Fr\u00fcher, in den Neunzigern, habe man \u2013 je nach Kassenlage \u2013 j\u00e4hrlich \u00fcber den maximalen Klassenteiler gestritten. Nun sei dieser bei 28, aber eigentlich sei 26 das leistbare Maximum. Mit Vehemenz wurde auch auf die Wiedereinf\u00fchrung der Klassenleiterstunde gedrungen.<\/p>\n<h2>Je sechs Tische samt Experten f\u00fcr Dresden und Leipzig<\/h2>\n<p>In der Runde \u00bbEigenverantwortung\u00ab mit 20 Leuten gab es gro\u00dfes Lob f\u00fcr die Option der Schulgirokonten \u2013 einen Fortschritt, den ein Schulleiter anhand seines derzeitigen Dilemmas illustrierte: Er verwalte f\u00fcr Klassenfahrten und Schulfeiern privat ein eigenes Konto. Zur Zeit sei eine gro\u00dfe Abschlussfahrt mit rund einhundert Sch\u00fclern geplant, da l\u00e4gen dort 25 000 Euro \u2013 mit pers\u00f6nlichem Risiko. Auch das\u00a0 Konto des F\u00f6rdervereins sei aufgrund dessen Gemeinn\u00fctzigkeit keine Alternative \u2013 zum Beispiel bei Schulfeiern.<\/p>\n<p>Bei der Zusammenfassung aller Ergebnisse gab es erst Tischklopfen, dann Beifall f\u00fcr die Gastgeberin: Brunhild Kurth nahm Optimismus aus Torgau mit: Das Glas sei halbvoll und mit dem \u00bbR\u00fcckhalt der kommunalen Familie\u00ab gehe sie mit starkem R\u00fcckenwind in die kommenden\u00a0Kabinettsverhandlungen.<\/p>\n<p><strong>Nun stehen noch drei Etappen f\u00fcr die B\u00fcrgerdialoge in den s\u00e4chsischen Metropolen aus:<\/strong><\/p>\n<p>am <strong>25. Februar Dresden<\/strong> (18 Uhr, Gymnasium B\u00fcrgerwiese), am <strong>29. Februar Leipzig<\/strong> (18 Uhr, Anton-Philipp-Reclam-Schule \/Gymnasium) und am <strong>1. M\u00e4rz Chemnitz<\/strong> (18 Uhr, BSZ Wirtschaft 1).<\/p>\n<h2>Gro\u00dfe Nachfrage: In Dresden und Leipzig je eine weitere Runde<\/h2>\n<p>Die Veranstaltungen sind dank der regen Voranmeldung eigentlich allesamt ausgebucht, denn das Dialogformat funktioniert am besten mit\u00a0mehreren Gruppen und maximal 100 Teilnehmern, die sich bei der eigentlichen Fachdiskussion m\u00f6glichst gleichm\u00e4\u00dfig an die Thementische verteilen. Damit niemand ausgeschlossen werden muss, haben sich die Veranstalter nun entschlossen, in Dresden und Leipzig je eine weitere Runde zu den gefragtesten Themengebeten, \u00bbInklusion\u00ab und \u00bbEigenverantwortung von Schule\u00ab, anzubieten, damit auch wirklich Gespr\u00e4che und Austausch erm\u00f6glicht werden und die Hinweise von Sch\u00fclern, Eltern, Lehrern, Schulleitern und auch den Verantwortlichen der jeweiligen Schultr\u00e4ger aktiv ins Gesetzgebungsverfahren einflie\u00dfen k\u00f6nnen. Es warten also jeweils sechs Tische, sechs Moderatoren und sechs Fachexperten aus dem Ministerium \u2013 plus eine sich wechselseitig einklinkende Ministerin. In Chemnitz wird es aufgrund der Anmeldezahlen einen zus\u00e4tzlichen Tisch zum Thema \u00bbInklusion\u00ab geben.<\/p>\n<p>Ansonsten steht der Weg zur <a href=\"http:\/\/www.schule.sachsen.de\/20836.htm\" target=\"_blank\">Onlineteilnahme<\/a> noch bis 7. M\u00e4rz jedem offen \u2013 auch allen Teilnehmern im Nachgang.<\/p>\n<p>\u00dcber den Autor: Andreas Herrmann arbeitet als freier Journalist mit dem Schwerpunkt Kultur- und Landespolitik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Drittel des Dialog-Marathons sind nun mit dem gestrigen Dialogforum in Torgau bereits vorbei. Rund 87 Interessierte kamen in das\u00a0 Johann-Walter-Gymnasium, um mit Kultusministerin Brunhild Kurth und sechs Fachexperten aus dem Ministerium \u00fcber den Entwurf des neuen Schulgesetzes zu diskutieren. Schuldirektor Peter Nowack lie\u00df keinen Zweifel daran, dass es der richtige Ort sei. 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