{"id":11685,"date":"2024-10-11T10:00:53","date_gmt":"2024-10-11T08:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=11685"},"modified":"2024-10-28T09:29:57","modified_gmt":"2024-10-28T08:29:57","slug":"usethenews","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2024\/10\/11\/usethenews\/","title":{"rendered":"#usethenews begeistert Jugend f\u00fcr Nachrichten und Demokratie"},"content":{"rendered":"<p>Das Projekt #usethenews sucht Antworten auf die Frage, wie junge Menschen besser mit journalistischen Nachrichten zu erreichen sind. Im Interview erkl\u00e4rt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Meinolf Ellers, wie #usethenews Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fcr Journalismus begeistert, was das mit Demokratief\u00f6rderung zu tun hat und was er sich von den Schulen in Sachsen w\u00fcnscht.<!--more--><\/p>\n<h2>#usethenews versteht sich als \u00bbdie Allianz f\u00fcr Nachrichtenkompetenz im digitalen Zeitalter\u00ab. Was hei\u00dft das konkret?<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.usethenews.de\/de\">#usethenews<\/a> ist ein Projekt der Deutschen Presse-Agentur, kurz dpa, das wir zusammen mit vielen weiteren Partnern umsetzen. Wir sind 2020 urspr\u00fcnglich mit der Motivation gestartet, viele Medienpartner zusammenzubringen. Dazu muss man wissen, dass die dpa eine Genossenschaft der deutschen Informationsmedien ist. Das bedeutet, sie ist die einzige Plattform, an der sowohl alle Zeitungsverlage Deutschlands als auch alle Radio- und Fernsehsender, egal ob \u00f6ffentlich oder privat, beteiligt sind. Es ist wichtig zu verstehen, mit welchem Mandat und welcher Mission wir uns solchen Themen widmen. Wir versuchen, gro\u00dfe Plattformen oder Allianzen zu schaffen, um gemeinsam Herausforderungen zu adressieren, die f\u00fcr einzelne Akteure zu gro\u00df w\u00e4ren. Urspr\u00fcnglich war unser Hauptziel, die n\u00e4chste Generation als Nutzerinnen und Nutzer der Nachrichtenmedien nicht zu verlieren. Doch bald wurde uns klar, dass unser Projekt weit mehr ist: #usethenews ist ein Bildungsprojekt und ein Beitrag zur Demokratief\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Denn wir haben erkannt, dass es eine klare Wirkungskette gibt: Nachrichtenkompetenz und Nachrichtennutzung sind Voraussetzungen f\u00fcr Informiertheit. Informiertheit und faktenbasierte Meinungsbildung sind wiederum die Grundlage f\u00fcr demokratischen Diskurs und Handlungsf\u00e4higkeit. Mit anderen Worten: Man kann kein m\u00fcndiger B\u00fcrger in einer Demokratie werden, wenn man keinen Zugang zu gesicherten, nachrichtenbasierten Informationen hat. Diese Zusammenh\u00e4nge zu verstehen, zu untersuchen und gleichzeitig Gegenma\u00dfnahmen zu entwickeln, ist das Feld, auf dem wir uns bewegen.<\/p>\n<h2>Welche Herausforderungen, die f\u00fcr einzelne Akteure zu gro\u00df w\u00e4ren, meinen Sie?<\/h2>\n<p>Vorweg m\u00f6chte ich sagen, dass unsere Arbeit bei #usethenews auf erstklassiger wissenschaftlicher Forschung basiert. Daf\u00fcr haben wir einen der f\u00fchrenden wissenschaftlichen Partner in Deutschland an Bord geholt, das Leibniz-Institut f\u00fcr Medienforschung. Zu Beginn des Projekts haben wir eine umfangreiche Grundlagenstudie durchgef\u00fchrt, die den Stand der Nachrichtenkompetenz und -nutzung bei 14- bis 24-J\u00e4hrigen in Deutschland untersucht hat. Diese Studie basiert auf 1000 pers\u00f6nlichen Interviews in dieser Altersgruppe \u2013 also keine Online-Umfragen oder Telefonbefragungen, sondern echte Face-to-Face-Interviews.<\/p>\n<p>Die Studie hat uns schnell gezeigt, dass es nicht \u00bbdie Jugendlichen\u00ab oder \u00bbdie Jugend\u00ab gibt. Vielmehr gibt es eine extrem gro\u00dfe Spreizung innerhalb dieser Altersgruppe. Die Forscher haben vier Nutzungstypen definiert, von denen zwei besonders hervorstechen. Zum einen gibt es die Gruppe der journalistisch Informationsorientierten \u2013 eine Art Elite, die aus Familien stammt, in denen Nachrichten und Medien intensiv genutzt werden. Diese Kompetenz \u00fcbertr\u00e4gt sich auch auf ihr Nachrichtennutzungsverhalten im Social Web. Auf der anderen Seite gibt es jedoch ein gutes Drittel der Altersgruppe, das die Forscher als \u00bbgering Informationsorientierte\u00ab bezeichnen. Diese Gruppe hat nicht nur kein Verst\u00e4ndnis von Nachrichten, sondern versteht auch nicht, was Journalismus \u00fcberhaupt ist. Ein Schl\u00fcsselsatz einer Sechzehnj\u00e4hrigen bringt das auf den Punkt: \u00bbIch wei\u00df gar nicht, warum Nachrichten wichtig f\u00fcr mein Leben sind.\u00ab Diese Entfremdung und Entkopplung sind gravierend und nehmen rasant zu, angeheizt durch die intensive Nutzung von Social Media, insbesondere TikTok.<\/p>\n<h2>Wie gehen Sie damit um, dass genau diese Jugendlichen so stark in den sozialen Medien aktiv sind? Wie begegnen Sie diesem ver\u00e4nderten Mediennutzungsverhalten?<\/h2>\n<p>Das ist genau der Punkt, an dem #usethenews ansetzt. Wir konzentrieren uns auf die Schnittstelle zwischen Journalismus und Bildung. Wir gehen nicht in die Schulen, um den Kindern zu sagen: \u00bbHier ist die gedruckte Zeitung von heute, das muss euch jetzt gefallen.\u00ab Stattdessen versuchen wir, die Bedingungen zu verstehen, unter denen Jugendliche heute Medien nutzen, und darauf basierend zu agieren.<\/p>\n<h2>Haben Sie daf\u00fcr ein Beispiel?<\/h2>\n<p>Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist der sogenannte Social News Desk, bei dem ein Team von jungen Creatorn und Journalisten auf TikTok, YouTube und Instagram Nachrichten-Themen so aufbereitet, dass sie f\u00fcr Jugendliche verst\u00e4ndlich und relevant sind. Wir agieren ein St\u00fcck weit wie Streetworker: Wir sind uns bewusst, dass wir uns in einem kritischen Umfeld befinden, aber wir wollen direkt bei den Jugendlichen sein, sie ansprechen und von ihnen lernen.<\/p>\n<h2>Was ist Ihre goldene Regel, um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wieder f\u00fcr Journalismus zu begeistern?<\/h2>\n<p>Erstens: Alles, was wir tun, muss gemeinsam mit den Jugendlichen geschehen \u2013 nicht \u00fcber sie, neben ihnen oder gegen sie. Partizipation, Einbindung und Beteiligung sind zentrale Schl\u00fcssel. Zweitens: Journalismus muss als transparentes, offenes Handwerk gezeigt werden. Journalismus sollte sich nicht zu wichtig nehmen, sondern Angebote machen und die Menschen aktiv einbeziehen. Am Ende sind wir nicht mehr als ein professionelles Handwerk.<\/p>\n<h2>In welchem Umfang nehmen Schulen in Sachsen an den Angeboten von #usethenews teil?<\/h2>\n<p>Ich w\u00fcnschte, es w\u00e4ren mehr. In Th\u00fcringen sind wir beispielsweise gut vernetzt \u00fcber die Landesmedienanstalt, die Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung, die Mediengruppe Th\u00fcringen und den MDR. In Sachsen l\u00e4uft es leider noch nicht so gut, obwohl wir auch dort mit dem MDR unterwegs sind. Ein weiterer Schl\u00fcsselpartner in Sachsen ist f\u00fcr uns zum Beispiel die tolle Initiative spreuXweizen. Dabei gibt es noch viel mehr gute Angebote im Freistaat. Ich w\u00fcrde mir hier eine st\u00e4rkere Vernetzung w\u00fcnschen. Wir sind offen f\u00fcr verschiedene Formen der Kooperation.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt fordern wir, dass Medienkompetenz und Nachrichtenkompetenz verbindlich in die Schulen einziehen. Aber wir belassen es nicht dabei: Wir sagen auch, dass die Rolle der Medienp\u00e4dagogen deutlich gest\u00e4rkt werden muss. Sie sind aus unserer Sicht das entscheidende Bindeglied, um Journalismus in die Schulen zu bringen und Lehrkr\u00e4fte zu unterst\u00fctzen. Wann immer wir Medienp\u00e4dagogen als Br\u00fccke zwischen Journalismus und Schule einsetzen, erreichen wir gro\u00dfartige Ergebnisse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Antje Tiefenthal<\/p>\n<p>Grafik: #usethenews<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt #usethenews sucht Antworten auf die Frage, wie junge Menschen besser mit journalistischen Nachrichten zu erreichen sind. 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