{"id":11580,"date":"2024-07-12T12:15:46","date_gmt":"2024-07-12T10:15:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=11580"},"modified":"2024-08-08T10:45:32","modified_gmt":"2024-08-08T08:45:32","slug":"regelwerk-der-deutschen-rechtschreibung-ohne-gender-sonderzeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2024\/07\/12\/regelwerk-der-deutschen-rechtschreibung-ohne-gender-sonderzeichen\/","title":{"rendered":"Regelwerk der deutschen Rechtschreibung ohne Gender-Sonderzeichen"},"content":{"rendered":"<p>Alle staatlichen Stellen im deutschsprachigen Raum haben der Anpassung des Amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung nun zugestimmt. Gender-Sonderzeichen geh\u00f6ren weiterhin nicht zum Kernbestand der Orthografie. <!--more--> Nach Zustimmung der zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen in Deutschland, \u00d6sterreich, der Schweiz, Belgien, Liechtenstein und S\u00fcdtirol ist die Anpassung des Amtlichen Regelwerks f\u00fcr die deutsche Rechtschreibung nunmehr offiziell, teilt das Sekretariat der Kultusministerkonferenz mit. Die Kultusministerkonferenz als eine der beiden zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen in Deutschland hatte der Neufassung des Amtlichen W\u00f6rterverzeichnisses und der Anpassung des Amtlichen Regelwerks f\u00fcr die deutsche Rechtschreibung bereits Ende April zugestimmt. Eine verbindliche Umsetzung in den Schulen soll sp\u00e4testens zum Schuljahr 2027\/28 erfolgen. Mit Abschluss seiner 3. Ratsperiode hat der Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung, nach Anh\u00f6rung einschl\u00e4giger Einrichtungen und Verb\u00e4nde, ein vollst\u00e4ndig neu erarbeitetes Amtliches W\u00f6rterverzeichnis mit daraus folgenden notwendigen Anpassungen des Amtlichen Regelwerks beschlossen.<\/p>\n<p>Kultusminister Christian Piwarz ist erfreut:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbWir sehen uns in unserer Auffassung best\u00e4tigt und begr\u00fc\u00dfen die offizielle Best\u00e4tigung des amtlichen Regelwerkes.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Das neue Amtliche W\u00f6rterverzeichnis wurde seit 2017 auf der Basis empirischer Schreibbeobachtung des Orthografischen Kernkorpus am Leibniz-Institut f\u00fcr Deutsche Sprache mit inzwischen mehr als 14 Milliarden Wortbelegen aus dem gesamten deutschen Sprachraum erarbeitet. Das W\u00f6rterverzeichnis konzentriert sich auf prototypische orthografische Zweifelsf\u00e4lle und ist insofern komplement\u00e4r zum Regelteil.<\/p>\n<h3><strong>Die wesentlichen Neuerungen und Aktualisierungen im \u00dcberblick:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>Das Stichwortinventar wurde in seinem deutschen Kernwortschatz auf die wesentlichen orthografischen Fragestellungen konzentriert wie Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Gro\u00df- und Kleinschreibung (nicht\u00f6ffentlich \/ nicht-\u00f6ffentlich \/ nicht \u00f6ffentlich, regenerative\/Regenerative Energien).<\/li>\n<li>Das W\u00f6rterverzeichnis wurde umfassend aktualisiert: So wurden zahlreiche neue Fremdw\u00f6rter \u00fcberwiegend aus dem Englischen und anderen modernen Fremdsprachen (timen, mailen, whatsappen, Cappuccino, Fake News \/ Fakenews \/ Fake-News) aufgenommen.<\/li>\n<li>Der Regelteil wurde durch Anpassungen und Pr\u00e4zisierungen von Regeln nur im unerl\u00e4sslichen Ma\u00df ge\u00e4ndert, die der Rechtschreibnorm und dem aktuellen Schreibgebrauch Rechnung tragen (Last-minute-Angebot\/Last-Minute-Angebot).<\/li>\n<li>Neue Tendenzen des Schreibwandels wurden durch die Aufnahme von Schreibvarianten und aktuellen Anwendungsbeispielen deutlich gemacht (faken, fakte, gefakt\/gefaked, aber nur: gefakte Nachrichten).<\/li>\n<li>Das Kapitel Zeichensetzung wurde neu systematisiert, vereinfacht und gestrafft. Dabei wurde eine Regel\u00e4nderung vorgenommen: Infinitivgruppen (\u00bberweiterter Infinitiv\u00ab) werden verbindlich durch Komma abgetrennt.<\/li>\n<li>Der Rat hat im Kontext der Neufassung des Regelwerks auch \u00fcber das Thema \u00bbgeschlechtergerechte Schreibung\u00ab beraten und seine Auffassung bekr\u00e4ftigt, dass man alle Menschen mit geschlechtergerechter Sprache ansprechen soll. Dies sei eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht mit orthografischen Regeln und \u00c4nderungen der Rechtschreibung gel\u00f6st werden k\u00f6nne. Vor diesem Hintergrund betont der Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung, dass Sonderzeichen im Wortinneren wie Asterisk (\u00bbGender-Stern\u00ab), Unterstrich (\u00bbGender-Gap\u00ab), Doppelpunkt oder andere, die die Kennzeichnung aller Geschlechtsidentit\u00e4ten vermitteln sollen, nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie geh\u00f6ren und nicht in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung aufgenommen werden k\u00f6nnen. Sie seien derzeit nicht wissenschaftlich eindeutig zu begr\u00fcnden. Der Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung wird den gesellschaftlichen Diskurs dazu weiter beobachten. Siehe dazu auch die <a href=\"https:\/\/www.rechtschreibrat.com\/geschlechtergerechte-schreibung-erlaeuterungen-begruendung-und-kriterien-vom-15-12-2023\/\">Erl\u00e4uterungen und Begr\u00fcndungen des Rats f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Hintergrund<\/strong><\/h3>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.rechtschreibrat.com\/\">Rat f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/a> wurde im Jahr 2004 auf der Basis der Wiener Absichtserkl\u00e4rung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung der Repr\u00e4sentanten der deutschsprachigen L\u00e4nder vom 01.07.1996 als Nachfolgegremium der Zwischenstaatlichen Kommission f\u00fcr deutsche Rechtschreibung gegr\u00fcndet. Er wird getragen von der Bundesrepublik Deutschland, der Republik \u00d6sterreich, der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Autonomen Provinz Bozen-S\u00fcdtirol, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und dem F\u00fcrstentum Liechtenstein. Luxemburg ist mit beratender Stimme vertreten. Er hat die Aufgabe, die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum zu bewahren und die Rechtschreibung auf der Grundlage des orthografischen Regelwerks (Regeln und W\u00f6rterverzeichnis) im unerl\u00e4sslichen Umfang weiterzuentwickeln. Dazu geh\u00f6ren insbesondere die st\u00e4ndige Beobachtung der Schreibentwicklung, die Kl\u00e4rung von Zweifelsf\u00e4llen der Rechtschreibung und die Erarbeitung und wissenschaftliche Begr\u00fcndung von Vorschl\u00e4gen zur Anpassung des Regelwerks an den allgemeinen Wandel der Sprache. Seine Vorschl\u00e4ge zur Anpassung des Regelwerks erhalten Bindungswirkung f\u00fcr <strong>Schule<\/strong> und <strong>\u00f6ffentliche Verwaltung<\/strong> durch Beschluss der zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen.<\/p>\n<p>Amtliches Regelwerk und W\u00f6rterverzeichnis sind auf der <a href=\"https:\/\/www.rechtschreibrat.com\/\">Internetseite des Rats f\u00fcr deutsche Rechtschreibung<\/a> f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle staatlichen Stellen im deutschsprachigen Raum haben der Anpassung des Amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung nun zugestimmt. 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