{"id":11479,"date":"2024-05-16T11:00:27","date_gmt":"2024-05-16T09:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=11479"},"modified":"2024-06-04T14:07:55","modified_gmt":"2024-06-04T12:07:55","slug":"plan-fuer-schule-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2024\/05\/16\/plan-fuer-schule-der-zukunft\/","title":{"rendered":"Kultusminister stellt Plan f\u00fcr Schule der Zukunft vor"},"content":{"rendered":"<p>An Sachsens Schulen sollen k\u00fcnftig st\u00e4rker Zukunftskompetenzen vermittelt werden und weniger Faktenwissen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollen zum Beispiel darin geschult werden, selbstorganisiert zu lernen. Auch soll mehr f\u00e4cherverbindend unterrichtet werden, um das vernetzte Denken zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das geht unter anderem aus einer 64 Ma\u00dfnahmen umfassenden Gesamtstrategie zur Weiterentwicklung der schulischen Bildung in Sachsen hervor, die Kultusminister Christian Piwarz heute in Dresden vorstellte. \u00bbDie globalisierte Welt, die Wirtschaft und Wissenschaft, aber auch die Gesellschaft insgesamt entwickeln sich sehr dynamisch. Unsere Schulen m\u00fcssen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler heute auf die Welt von morgen vorbereiten. Genau dazu soll die Gesamtstrategie dienen. Die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen werden wir nun unmittelbar vorbereiten, wobei das kommende Schuljahr als ein \u00dcbergangsjahr zu betrachten ist. Bis 2030 soll das Projekt abgeschlossen sein\u00ab, sagte Kultusminister Christian Piwarz.<\/p>\n<p>Dem Strategiepapier ging im Rahmen des Projektes \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab ein umfangreicher interner und \u00f6ffentlicher Beratungsprozess voraus, an dem sich neben Experten aus der Wissenschaft, Lehrkr\u00e4fte, Schulleitungen, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie Eltern beteiligt hatten. Auch Vertreter der kommunalen Schultr\u00e4ger waren eingebunden. Ausgangspunkt f\u00fcr den Prozess waren gesamtgesellschaftliche Ver\u00e4nderungen, wie die Digitalisierung, Individualisierung in der Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Migration und die Komplexit\u00e4t einer globalisierten Welt, wodurch Schulen vor gro\u00dfe Herausforderungen gestellt werden.<\/p>\n<h2>Ausgew\u00e4hlte Ma\u00dfnahmen aus der Gesamtstrategie<\/h2>\n<h3>Mehr Eigenverantwortung und Freir\u00e4ume f\u00fcr Schulen (z.B. Globalbudget)<\/h3>\n<p>\u00bbWir st\u00e4rken die Eigenverantwortung der Schulen sowohl in p\u00e4dagogischer als auch finanzieller Hinsicht\u00ab, sagte Kultusminister Christian Piwarz. Die Schulen sollen zugleich von B\u00fcrokratie und Bestimmungen entlastet werden. Sie sollen mehr Flexibilit\u00e4t erhalten und mehr Eigenverantwortung leben k\u00f6nnen. Mit einem Globalbudget soll dieses Ziel erreicht werden. In dem <u>Globalbudget<\/u> (Handlungsfeld Steuerung \u2013 Ma\u00dfnahme 1.4*) werden Mittel aus drei bestehenden T\u00f6pfen, die zu unterschiedlichen Konditionen und Zeitpunkten ausgezahlt werden, zusammengef\u00fchrt. Mit dem Globalbudget k\u00f6nnen Schulen eigenverantwortlich externes Personal vertraglich binden, individuelle Lernangebote f\u00fcr Sch\u00fcler finanzieren und die schulische Qualit\u00e4t fortentwickeln.<\/p>\n<h3>Mehr Vermittlung von Kompetenzen und weniger Faktenwissen<\/h3>\n<p><u>Mehr Kompetenzvermittlung (Handlungsfeld Lernen \u2013 Ma\u00dfnahme 2.1*)<\/u>: \u00bbIn den Lehrpl\u00e4nen soll die Vermittlung von Zukunftskompetenzen st\u00e4rkeres Gewicht bekommen als das Lernen von Fachwissen. Auch im Unterricht soll der Lebensweltbezug gr\u00f6\u00dfer werden\u00ab, sagte Kultusminister Piwarz. Statt den Fokus auf reines Fachwissen zu legen, soll der Blick zudem auf Wissen gerichtet werden, das vernetzt angewendet werden kann und hilft, Probleme zu l\u00f6sen. \u00bbEs n\u00fctzt nichts, Dinge nur zu wissen, Sch\u00fcler m\u00fcssen das Wissen auch anwenden k\u00f6nnen. Auch m\u00fcssen sie zielgerichtet und kompetent Lernstrategien kennen und einsetzen, um neues Wissen selbstst\u00e4ndig zu erwerben\u00ab, machte Kultusminister Christian Piwarz deutlich. Deshalb sollen die Lehrpl\u00e4ne laufend aktualisiert und der f\u00e4cherverbindende Unterricht fest verankert werden. \u00bbIn einer dynamischen Wissensgesellschaft m\u00fcssen wir k\u00fcnftig gesellschaftliche Entwicklungen st\u00e4rker im Blick behalten und bei Bedarf die Lehrpl\u00e4ne anpassen. Wir m\u00fcssen in der Lage sein, flexibel auf die neuen Anforderungen zu reagieren\u00ab, so der Kultusminister.<\/p>\n<p><u>F\u00e4cherverbindender Unterricht (Handlungsfeld Lernen \u2013 Ma\u00dfnahme 2.2*) und Stundentafeln (Handlungsfeld Steuerung \u2013 Ma\u00dfnahme 1.1):<\/u> Schulen sollen k\u00fcnftig eigenst\u00e4ndig die Stundentafeln im Rahmen von zwei bis sechs Stunden w\u00f6chentlich f\u00fcr f\u00e4cherverbindendes Lernen anwenden.<\/p>\n<h3>Etablierung von selbstbestimmten Lernphasen<\/h3>\n<p>Schulen sollen k\u00fcnftig feste\u00a0Zeitr\u00e4ume und Lernorte f\u00fcr <u>selbstbestimmte Lernphasen (Handlungsfeld Lernen \u2013 Ma\u00dfnahme 4.4*)<\/u> im Schultag integrieren. Selbstbestimmtes Lernen wird bei der Aktualisierung der Lehrpl\u00e4ne ausgebaut. \u00bbDas selbstorganisierte Lernen ist eine Schl\u00fcsselkompetenz des 21. Jahrhunderts. Deshalb muss es sowohl in den Lehrpl\u00e4nen als auch in der Umsetzung der Stundentafeln mehr Gewicht bekommen\u00ab, so der Kultusminister.<\/p>\n<h3>Schulen und Bildung werden digitaler \u2013 es gilt aber das Primat der P\u00e4dagogik<\/h3>\n<p>Die Schule der Zukunft wird eine Kultur der Digitalit\u00e4t leben. Dazu soll den Schulen eine nachhaltige digitale Infrastruktur zur Verf\u00fcgung stehen. Digitale Lehr- und Lerninhalte sollen selbstverst\u00e4ndlich im Unterricht integriert werden, wobei eine gute Mischung aus analogen und digitalen Lehr- und Lernmethoden zum Einsatz kommen soll.<\/p>\n<p><u>Digital gest\u00fctztes Selbstlernen (Handlungsfeld Lernen \u2013 Ma\u00dfnahme 3.3*)<\/u>: Die Stundentafeln und Lehrpl\u00e4ne aller weiterf\u00fchrenden Schularten weisen zuk\u00fcnftig Bereiche mit besonderem Potenzial f\u00fcr digital gest\u00fctztes Selbstlernen aus.<\/p>\n<p><u>Hybrider Unterricht (Handlungsfeld Lernen \u2013 Ma\u00dfnahme 3.4*)<\/u>: F\u00fcr fl\u00e4chendeckende Unterrichtsangebote werden die Rahmenbedingungen f\u00fcr schul\u00fcbergreifenden hybriden Unterricht geschaffen, in denen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an unterschiedlichen Schulen gemeinsam digital gest\u00fctzt sowie in Pr\u00e4senz mit einer Lehrkraft lernen.<\/p>\n<p><u>E-Campus (Handlungsfeld Professionalisierung \u2013 Ma\u00dfnahme 2.4*):<\/u> Es wird ein E-Campus geschaffen, der modern und digital Professionalisierung unterst\u00fctzt und flexible und individuelle Fortbildungen f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h3>Multiprofessionelle Teams an Schulen werden auf- und ausgebaut<\/h3>\n<p>Dynamische Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft und die damit einhergehenden Herausforderungen k\u00f6nnen von den Schulen nur durch <u>multiprofessionelle Teams<\/u> (Handlungsfeld Professionalisierung \u2013 Ma\u00dfnahmen 1.1 und 1.2*) bew\u00e4ltigt werden. Schulleitungen sind mittlerweile auch \u00bbManager\u00ab kleiner bis mittelst\u00e4ndischer Bildungsunternehmen, die neben der Organisation von Unterricht f\u00fcr zahlreiche Kooperations- und Administrationsaufgaben zust\u00e4ndig sind. Auch die p\u00e4dagogischen Anforderungen haben sich durch eine heterogene Sch\u00fclerschaft und den Anspruch auf eine inklusive und integrative Bildung weiterentwickelt. In der Schule der Zukunft arbeitet deshalb ein multiprofessionelles Kernteam. \u00bbWir werden die Schulen durch den Auf- und Ausbau multiprofessioneller Teams mit zus\u00e4tzlichen Fachkr\u00e4ften st\u00e4rken\u00ab, machte Kultusminister Christian Piwarz deutlich. Dazu wird das System aus Assistenzen f\u00fcr die Verwaltung und p\u00e4dagogische Arbeit auf- und ausgebaut.<\/p>\n<h3>Leistungskultur und Leistungsbewertung pr\u00e4gen die Schule der Zukunft<\/h3>\n<p><u>Ziffernnoten (Handlungsfeld Lernen \u2013 Ma\u00dfnahmen 6.2 und 6.3*):<\/u> Auch in der Schule der Zukunft herrscht zuk\u00fcnftig eine sch\u00fclerorientierte Leistungskultur. Noten werden nicht abgeschafft. Sachsens Schulen sollen jedoch die M\u00f6glichkeit bekommen, alternative Bewertungssysteme zu erproben, wenn sie eine differenziertere und objektive Einsch\u00e4tzung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ohne Mehraufwand f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte erm\u00f6glichen wollen. In Grundschulen kann dies in Abstimmung mit der Schulaufsicht erfolgen, wenn sich Schulkonferenzen daf\u00fcr entscheiden. Die Ziffernnoten in den Kernf\u00e4chern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht wird es jedoch weiterhin geben. Weiterf\u00fchrende Schulen k\u00f6nnen alternative Bewertungssysteme in ausgew\u00e4hlten F\u00e4chern und unter wissenschaftlicher Begleitung voraussichtlich ab dem Schuljahr 2025\/2026 erproben.<\/p>\n<p><u>Kopfnoten (Handlungsfeld Lernen \u2013 Ma\u00dfnahme 6.4*):<\/u> Ebenso wie die Ziffernnoten beibehalten werden, wird es auch weiterhin Kopfnoten geben. Allerdings wird die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens weiterentwickelt, um die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts, wie Selbstorganisation, Kommunikations- und Teamf\u00e4higkeit besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Wissenschaft, Schulpraxis und Wirtschaft soll dazu eine Konzeption entwickeln. Ziel ist ein f\u00fcr die Schulen effizientes und f\u00fcr die Sch\u00fcler transparentes Bewertungsverfahren des Arbeits- und Sozialverhaltens.<\/p>\n<h3>Mehr Mitbestimmung im Schultag und bei der Unterrichtsgestaltung<\/h3>\n<p>M\u00f6glichkeiten und Formate zur Mitbestimmung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Schultag und bei der gemeinsamen Unterrichtsgestaltung werden in den Schulen, in der Lehrkr\u00e4ftebildung und in Fortbildungen gest\u00e4rkt. F\u00fcr jede Schulklasse wird eine fachunterrichtsfreie Stunde als \u00bbKlassenrat\u00ab im Stundenplan ausgewiesen und der jeweiligen Klassenleitung im Regelstundenma\u00df angerechnet (Handlungsfeld Lernen &#8211; Ma\u00dfnahme 1.3*). Die Einf\u00fchrung der Klassenratsstunde erfolgt in Abh\u00e4ngigkeit der zur Verf\u00fcgung stehenden Personalressourcen sukzessive und gegebenenfalls zun\u00e4chst 14-t\u00e4gig.<\/p>\n<h3>St\u00e4rkung von Sch\u00fclermitwirkung und Engagement<\/h3>\n<p>Die Sch\u00fclermitwirkung wird in allen Schularten gest\u00e4rkt. Insbesondere wird die Rolle des Vertrauenslehrers als \u00bbVerbindungslehrkraft\u00ab gesch\u00e4rft und das Engagement im Rahmen der Sch\u00fclermitwirkung gew\u00fcrdigt (Handlungsfeld Steuerung- Ma\u00dfnahme 1.5*).<\/p>\n<p>*Weitere Informationen zum Projekt \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab und die Gesamtstrategie mit allen 64 Ma\u00dfnahmen sind im Internet unter <a href=\"https:\/\/www.bildungsland2030.sachsen.de\/finale-strategie-3976.html\">https:\/\/www.bildungsland2030.sachsen.de\/finale-strategie-3976.html <\/a>abrufbar.<\/p>\n<p>Wie haben sich Empfehlungen der Expertenr\u00e4te im Laufe des Beratungsprozesses ver\u00e4ndert, welche Vorschl\u00e4ge wurden verworfen und wie k\u00f6nnte an Schulen das selbstregulierte Lernen aussehen \u2013 dar\u00fcber informiert eine Sonderausgabe des Magazins KLASSE. Das Magazin ist ab sofort ebenso unter dem oben genannten Link erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An Sachsens Schulen sollen k\u00fcnftig st\u00e4rker Zukunftskompetenzen vermittelt werden und weniger Faktenwissen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollen zum Beispiel darin geschult werden, selbstorganisiert zu lernen. 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