{"id":11292,"date":"2024-02-19T10:00:31","date_gmt":"2024-02-19T09:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=11292"},"modified":"2024-03-06T12:05:34","modified_gmt":"2024-03-06T11:05:34","slug":"viele-gefluechtete-paedagogen-koennen-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2024\/02\/19\/viele-gefluechtete-paedagogen-koennen-bleiben\/","title":{"rendered":"Viele gefl\u00fcchtete P\u00e4dagogen k\u00f6nnen bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Vor nunmehr fast zwei Jahren vertrieb der russische Angriffskrieg die ersten Ukrainer nach Sachsen \u2013 darunter auch zahlreiche P\u00e4dagoginnen. Viele k\u00f6nnen nun dauerhaft an Sachsens Schulen bleiben.<!--more--><\/p>\n<p>Am 24. Februar 2022 begann der v\u00f6lkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. In einem <a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2022\/02\/25\/kultusminister-ermutigt-paedagogen-den-ukraine-konflikt-im-unterricht-aufzugreifen\/\">Brief<\/a> an die Schulen ermutigte Kultusminister Christian Piwarz damals Lehrerinnen und Lehrer, auf das \u00bbbedr\u00fcckende\u00ab Kriegsgeschehen in der Ukraine im Unterricht einzugehen. Wenige Wochen sp\u00e4ter suchten die ersten Kriegsfl\u00fcchtlinge Schutz in Sachsen. Sie flohen, um ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten und um eine Zukunft zu haben, die sie in ihrem Heimatland nicht mehr fanden. Anfangs suchten nur wenige Kinder und Jugendliche Schutz und Bildung in hiesigen Schulen. Doch die Zahl der ukrainischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler stieg wenig sp\u00e4ter sprunghaft an. Besuchten Anfang April 2022 lediglich rund 650 Gefl\u00fcchtete \u00f6ffentliche Schulen, waren es zum Ende des Schuljahres 2021\/2022 bereits \u00fcber 8.000. Inzwischen werden rund 9.700 Ukrainer an \u00f6ffentlichen Schulen unterrichtet. Weitere rund 600 besuchen Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft. \u00bbSo viele Fl\u00fcchtlinge in so kurzer Zeit aufzunehmen, ist eine enorme Integrationsleistung und ein gro\u00dfartiger Akt der Menschlichkeit. Daf\u00fcr bin ich den Lehrerinnen und Lehrern, aber auch den Schultr\u00e4gern sehr dankbar\u00ab, stellt Kultusminister Christian Piwarz r\u00fcckblickend fest.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11296 size-large\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ukrainische-SuS-nach-Schulart-1600x1131.png\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"1131\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ukrainische-SuS-nach-Schulart-1600x1131.png 1600w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ukrainische-SuS-nach-Schulart-300x212.png 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ukrainische-SuS-nach-Schulart-768x543.png 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ukrainische-SuS-nach-Schulart-1536x1086.png 1536w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ukrainische-SuS-nach-Schulart-2048x1448.png 2048w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Ukrainische-SuS-nach-Schulart-1280x905.png 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<p>Unter den Kriegsfl\u00fcchtlingen waren auch zahlreiche ausgebildete Lehrerinnen. Als eines der ersten Bundesl\u00e4nder bot Sachsen ukrainischen P\u00e4dagoginnen aber auch anderen geeigneten Fachkr\u00e4ften unb\u00fcrokratisch eine befristete Anstellung an, um Tausende von kriegsgefl\u00fcchteten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an Schulen aufnehmen und unterrichten zu k\u00f6nnen. Ende Schuljahr 2021\/2022 waren bereits 462 Personen als Lehr- oder Assistenzkraft f\u00fcr den Unterricht von ukrainischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern besch\u00e4ftigt, aktuell sind es 653. Gemessen an der Zahl der aufgenommenen ukrainischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler hat kein Bundesland so viele P\u00e4dagogen eingestellt. Etwa 70 Prozent davon sind selbst Gefl\u00fcchtete.<\/p>\n<p>Ukrainischen Lehrkr\u00e4ften, die sich bew\u00e4hrt haben und die auch f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit im Regelunterricht geeignet sind, machte das Kultusministerium im Fr\u00fchjahr vergangenen Jahres das <a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2023\/03\/17\/sachsen-schafft-dauerhafte-einstellungsperspektive-fuer-ukrainische-paedagogen\/\">Angebot<\/a>, nicht nur befristet, sondern dauerhaft an den Schulen zu arbeiten. \u00bbWir wollen bew\u00e4hrten P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen eine berufliche Perspektive in Sachsen er\u00f6ffnen und bieten ihnen an, ab dem neuen Schuljahr dauerhaft an unseren Schulen t\u00e4tig zu sein\u00ab, sagte damals Kultusminister Christian Piwarz.<\/p>\n<p>121 Lehr- und Assistenzkr\u00e4fte nahmen das Angebot an und sind inzwischen fest angestellt worden. F\u00fcr weitere 122 Lehrkr\u00e4fte wird die Festanstellung in den s\u00e4chsischen Schuldienst derzeit vorbereitet. \u00bbIch bin sehr froh dar\u00fcber, dass es gelungen ist, so viele Fachkr\u00e4fte zu binden. Sie sind eine Bereicherung f\u00fcr unsere Schulen. Ihnen geb\u00fchrt aber auch Respekt, f\u00fcr den Mut und auch die Anstrengungen, die sie auf sich genommen habe, um in einer f\u00fcr sie ungewohnten Schulumgebung Fu\u00df zu fassen und dabei auch noch die deutsche Sprache zu erlernen\u00ab, unterstreicht Kultusminister Christian Piwarz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2023\/08\/28\/meine-liebe-war-immer-deutsch\/\">Yuliia Didenko<\/a> ist bereits seit dem Fr\u00fchjahr 2022 an einer Schule in Dresden t\u00e4tig. Sie floh gemeinsam mit ihrer Tochter vor dem Massaker im ukrainischen Butscha nach Dresden. Heute unterrichtet sie gefl\u00fcchtete Kinder und Jugendliche und hilft ihnen, sich hier geborgen zu f\u00fchlen und die deutsche Sprache zu lernen. Im vergangenen Sommer erhielt Yuliia Didenko einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Wird sie f\u00fcr immer bleiben? Nein, das k\u00f6nne sie nicht sagen. \u00bbDie Zukunft existiert einfach nicht mehr. Ich habe verstehen m\u00fcssen, dass meine Pl\u00e4ne nichts mehr bedeuten, weil ich nicht wei\u00df, was morgen ist\u00ab, sagt sie.<\/p>\n<p>Derweil h\u00e4lt die Zuwanderung nicht nur ukrainischer Fl\u00fcchtlinge an. Monat f\u00fcr Monat steigt die Zahl der Vorbereitungsklassen, in denen die gefl\u00fcchteten Kinder und Jugendlichen zun\u00e4chst einmal Deutsch als Zweitsprache lernen und auf den Unterricht in der Regelklasse vorbereitet werden, an. So f\u00e4llt es immer schwerer, Zugewanderten einen Schulplatz zu vermitteln. Ein <a href=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2023\/11\/23\/sachsens-schulen-werden-immer-internationaler\/\">Integrationsstau<\/a> ist die Folge. Derzeit warten etwa \u00fcber 700 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine und etwa ebenso viele aus anderen L\u00e4ndern darauf, eine Schule zugewiesen zu bekommen. Etwas Abhilfe im Anmeldeprozess f\u00fcr alle zugewanderten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler soll ein neues Anmeldeportal bringen. Bisher gab es ein Onlineportal nur f\u00fcr Ukrainer. Ende Februar wird das neue Online-Anmeldeportal starten. Damit soll das Anmeldeverfahren von zugewanderten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vereinfacht und effizienter gestaltet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor nunmehr fast zwei Jahren vertrieb der russische Angriffskrieg die ersten Ukrainer nach Sachsen \u2013 darunter auch zahlreiche P\u00e4dagoginnen. 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