{"id":11258,"date":"2024-02-14T07:00:57","date_gmt":"2024-02-14T06:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=11258"},"modified":"2024-03-06T12:05:49","modified_gmt":"2024-03-06T11:05:49","slug":"interview-anja-unger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2024\/02\/14\/interview-anja-unger\/","title":{"rendered":"\u00bbEs ist ganz wichtig, Sch\u00fclern eine zweite, vielleicht auch mal eine dritte Chance zu geben\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Vielfalt, Fachkompetenz und das Interesse am Sch\u00fcler \u2013 so w\u00fcrde Schulleiterin Anja Unger ihr Berufliches Schulzentrum f\u00fcr Agrarwirtschaft und Ern\u00e4hrung in Dresden in drei Worten beschreiben. Was die Schule genau zu bieten hat und weshalb sie so besonders ist, zeigen wir im Interview.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Hallo Anja Unger! Wie sch\u00f6n, dass Sie da sind. Stellen Sie sich doch bitte kurz vor.<\/h2>\n<p>Mein Name ist Anja Unger, ich arbeite seit sieben Jahren als Schulleiterin am <a href=\"https:\/\/bsz-ae-dd.de\/\">Beruflichen Schulzentrum f\u00fcr Agrarwirtschaft und Ern\u00e4hrung in Dresden<\/a> \u2013 und das mit Leidenschaft. Ich bin inzwischen seit 25 Jahren Lehrerin, studierte Gymnasiallehrkraft f\u00fcr Geschichte und Deutsch. Mein Weg begann direkt im beruflichen Bereich. Zun\u00e4chst habe ich an verschiedenen Beruflichen Schulzentren gearbeitet: als Lehrerin, als Fachkonferenzleiterin und als Fachleiterin. Anschlie\u00dfend war ich zwei Jahre als Referentin im S\u00e4chsischen Kultusministerium t\u00e4tig und habe mich schlie\u00dflich als Schulleiterin beworben.<\/p>\n<p>Ich bin unglaublich froh, hier zu sein. Unser BSZ ist toll! Mit gro\u00dfartigen Lehrerinnen und Lehrern wie auch Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern. Wir haben an unserer Schule vielf\u00e4ltige Berufe entlang der Wertsch\u00f6pfungskette und verschiedene Schularten unter \u00bbeinem Dach\u00ab.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Das BSZ f\u00fcr Agrarwirtschaft und Ern\u00e4hrung Dresden\" width=\"880\" height=\"495\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5UvCqRAJGJo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h2>Die Beruflichen Schulzentren in Sachsen begleiten junge Menschen auf ihrem Weg zum Beruf und bereiten sie damit auf die Zukunft vor. Welche Ausbildungsm\u00f6glichkeiten gibt es an Ihrem BSZ?<\/h2>\n<p>Die Ausbildungsm\u00f6glichkeiten an unserem BSZ sind gro\u00df: Wir haben das Berufliche Gymnasium, die Fachoberschule, die Fachoberschule+, das Berufsvorbereitungsjahr, das Berufsgrundbildungsjahr und drei Vorbereitungsklassen. Das Hauptstandbein unserer Schule ist die Berufsschule mit 16 Ausbildungsberufen. Unsere Sch\u00fcler k\u00f6nnen die traditionellen Handwerksberufe wie Brauer, B\u00e4cker und Fleischer erlernen, wir bieten aber auch eine gro\u00dfe Palette der \u00bbGr\u00fcnen Berufe\u00ab wie Landwirt, G\u00e4rtner oder Florist an.<\/p>\n<p>Wichtig ist vor allem eins: Der Blick auf die einzelne Sch\u00fclerin und den einzelnen Sch\u00fcler. Viele Jugendliche kommen mit ungenauen Vorstellungen zu uns. Die Kunst besteht also darin, ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Die Entscheidung treffen sie dann nat\u00fcrlich selbst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11264 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_0-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_0-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_0-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_0-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_0-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_0.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11265 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_6-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_6-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_6-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_6-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_6-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_6.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11266 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_1-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_1-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_1.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<h2>An allen Ecken und Enden strotzt es an Ihrem BSZ vor Ideen, Vielfalt und gutem Miteinander. Was macht Ihre Schule so besonders?<\/h2>\n<p>Zum einen bieten wir den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern viele M\u00f6glichkeiten. Wir machen uns Gedanken, was f\u00fcr die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Berufsausbildung wichtig ist und worin eigentlich unsere Aufgabe als Schule liegt \u2013 selbstverst\u00e4ndlich die Sch\u00fcler zum bestm\u00f6glichen Abschluss zu f\u00fchren. Aber Schule bedeutet noch ein St\u00fcck mehr, mehr als nur das Lernen. Sie bedeutet auch, soziale Kontakte zu pflegen und sich selbst, etwa in verschiedenen Projekten, zu entdecken: Wie bin ich als Mensch? Wie will ich sein? Wo liegen meine St\u00e4rken? Wie will ich mich entwickeln? Wir wollen an unserem BSZ im Sinne des lebenslangen Lernens also auch Wege aufzeigen.<\/p>\n<p>Zum anderen arbeiten an unserer Schule alle knapp 90 Lehrerinnen und Lehrer mit ganzem Herzblut. Es ist f\u00fcr mich als Schulleiterin immer wieder bewundernswert, mit welcher Liebe zum Detail und welchem Engagement sie jeden Tag ihren Unterricht gestalten. Wie es ihnen immer wieder gelingt, junge Menschen zu begeistern und sie nach Kr\u00e4ften auf ihrem beruflichen Weg zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass unsere Lehrerinnen und Lehrer \u00fcber viel Fachkompetenz verf\u00fcgen. Die meisten haben einen Beruf in ihrer jeweiligen Branche erlernt. Wir haben zum Beispiel den ausgebildeten Brauer, der sp\u00e4ter noch studiert hat, den Landwirt, die Floristmeisterin. Dieses Know-how erm\u00f6glicht unseren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern nicht nur theoretisches, sondern auch sehr praxisorientiertes Lernen. Und wir haben die grundst\u00e4ndig ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen, die ihren wissenschaftlichen Kontext mitbringen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11269\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_14-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_14-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_14-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_14-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_14-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_14.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11270\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_12-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_12-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_12-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_12-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_12-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_12.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h2>In Sachsen gibt es viele Schulleitungen, die mit Herzblut und \u00fcberdurchschnittlichem Engagement ihren Beruf aus\u00fcben. Sie sind eine davon. Was treibt Sie an? Warum sind Sie Schulleiterin geworden?<\/h2>\n<p>Ich wollte den Schritt aus der Verwaltung wieder zur\u00fcck in die Schulpraxis gehen und habe mich bewusst f\u00fcr dieses BSZ entschieden. Die Vielfalt an Berufen und Projekten hat mich gereizt. Hier erlebe ich tats\u00e4chlich tagt\u00e4glich, wie wichtig es ist, dass es Akteure gibt, die sich f\u00fcr junge Menschen engagieren und auf Details achten. Was macht Berufsausbildung in dem jeweiligen Beruf aus? Was macht den Menschen aus? Jede und jeder ist unterschiedlich. Den Einzelnen mit seinen St\u00e4rken abzuholen, ist nicht nur meine Aufgabe, sondern die Aufgabe eines Lehrers generell.<\/p>\n<p>Als Schulleiterin kann ich au\u00dferdem den Gesamtblick wahren und mit Sch\u00fclern <em>und<\/em> Lehrern arbeiten. In meiner Funktion kann ich meine eigenen Werte \u2013 wie eine zukunftsorientierte und moderne Schule in und f\u00fcr Sachsen aufzubauen \u2013 umsetzen und Prozesse der Schulentwicklung aktiv voranbringen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11263 size-medium\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_18-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_18-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_18-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_18-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_18-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_18.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11272\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_17-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_17-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_17-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_17-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_17-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/20240214_BSZ_Anja-Unger_17.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h2>Auf welche Momente in Ihrem Job blicken Sie besonders gern zur\u00fcck?<\/h2>\n<p>Es gibt viele Momente pers\u00f6nlicher Natur, etwa mit meinen Kolleginnen und Kollegen, und die, die wir als Schule gemeinsam erlebt haben. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel der Oktober 2020, als wir Klimaschule geworden sind und der Mai 2018, als wir den S\u00e4chsischen Schulpreis verliehen bekommen haben. Diese beiden Auszeichnungen tragen uns, auch weil wir als Schule gemeinsam dahinterstehen.<\/p>\n<p>Auch als ich 2013 den Deutschen Lehrerpreis in Berlin erhalten habe, war das unheimlich motivierend f\u00fcr mich. Das Feedback zu bekommen, meine Arbeit ist richtig und wichtig, hat mich in meinem Tun best\u00e4rkt \u2013 und vor allem die Begr\u00fcndung der Sch\u00fcler, die mich f\u00fcr den Preis nominiert haben, hat mich sehr ber\u00fchrt: \u00bbSie sahen in uns rohe Diamanten, die Sie drei Jahre lang schliffen und zum Abschlussball als Brillanten pr\u00e4sentierten\u00ab.<\/p>\n<p>Es gibt au\u00dferdem fast jeden Tag kleine Momente, die nicht immer im Vordergrund stehen, aber eine Erfolgsgeschichte f\u00fcr einen Sch\u00fcler sind und damit f\u00fcr uns alle hier. Als Schulleiterin erf\u00fcllt mich das jedes Mal mit Stolz.<\/p>\n<h2>Ihre Tatkraft, das Beste f\u00fcr Schule in Sachsen zu erreichen, endet nicht bei Ihrem Job als Schulleiterin. Sie haben sich auch beim \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab aktiv beteiligt. Was braucht es f\u00fcr zukunftsf\u00e4hige Berufliche Schulzentren im Freistaat?<\/h2>\n<p>Ich glaube, Visionen zu entwickeln und weiter als bis morgen oder \u00fcbermorgen zu schauen, geht uns manchmal verloren. Aus diesem Grund fand ich die M\u00f6glichkeit, an der Schule der Zukunft mitwirken zu d\u00fcrfen, meine Erfahrungen und W\u00fcnsche einbringen zu k\u00f6nnen, toll. Die Mitarbeit am Projekt hat Ideen hervorgebracht, die ich f\u00fcr meine T\u00e4tigkeit selbst umsetzen kann und m\u00f6chte. Sie hat auch gezeigt, dass es viele Menschen gibt, die an einer Weiterentwicklung f\u00fcr Sachsen insgesamt interessiert sind. Dieses gemeinsame Interesse hat mich sehr beeindruckt.<\/p>\n<p>Berufliche Schulzentren leben von der Praxis. Sie brauchen eine enge Verbindung zu den Ausbildungsbetrieben und die M\u00f6glichkeit, in der Schule das zu unterrichten, was im Betrieb gebraucht wird und zukunftsorientiert ist. Denn wir bilden an den Beruflichen Schulzentren Sch\u00fcler aus, die Meisterinnen und Meister werden und die Zukunft unseres Landes gestalten werden. Deshalb ist es wichtig, nicht nur am Heute zu kleben, sondern den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern auch Ideen f\u00fcr das Morgen mitzugeben. Wir m\u00fcssen Antworten auf die Frage \u00bbWohin geht es denn mit den Berufen?\u00ab geben. Wir wollen nicht nur Verwalter sein. Selbstverst\u00e4ndlich unterrichten wir, was der Lehrplan vorsieht, aber wir m\u00fcssen gerade bei der beruflichen Bildung einen Schritt voraus sein. Und daf\u00fcr braucht es auch eine angemessene Ausstattung und digitale Anbindung.<\/p>\n<p>Die Herausforderung und der Wunsch konkret f\u00fcr unser BSZ am Standort Altro\u00dfthal besteht darin, dass wir dringend Sanierungsma\u00dfnahmen ben\u00f6tigen. Wir brauchen bessere Lernbedingungen, die jungen Menschen die M\u00f6glichkeit bieten, ihren besten Abschluss zu machen.<\/p>\n<p>Ich denke, es ist wichtig, dass wir als Berufliche Schulzentren nicht nur in der Erwartungshaltung bleiben, dass der Staat alles f\u00fcr uns regeln muss. Auch wir m\u00fcssen \u00fcberlegen, welchen Beitrag k\u00f6nnen wir leisten. Daf\u00fcr m\u00fcssen, wie beschrieben, die Grundbedingungen stimmen. Das hei\u00dft f\u00fcr mich: moderne und attraktive Lernbedingungen. Ein BSZ muss genauso attraktiv wie ein Gymnasium sein. Wir sprechen anhaltend \u00fcber Fachkr\u00e4ftemangel. Schaffen wir gemeinsam gute Bedingungen und \u00fcberzeugen wir damit junge Menschen, einen der vielen tollen Berufe zu ergreifen, die es in Sachsen gibt.<\/p>\n<h2>Zum Abschluss: Warum lohnt es sich, LEHRERIN Sachsen zu werden?<\/h2>\n<p>Ich bin Lehrerin geworden, weil ich gern mit Menschen arbeite. Das ist eine Floskel \u2013 aber sie stimmt und steht f\u00fcr mich ganz oben. Weil es mir Freude macht, andere zu begeistern und ich m\u00f6chte auch selbst von anderen begeistert werden. Am Ende ist das Positive am Lehrerberuf die Win-win-Situation f\u00fcr alle: Nicht nur die Lernenden nehmen etwas mit, sondern auch die Lehrkr\u00e4fte gewinnen viel f\u00fcr sich \u2013 aus dem Austausch und der Zusammenarbeit mit Sch\u00fclern, mit Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p>Ich denke, es ist wichtig, auch als Lehrer in unserer Gesellschaft Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Nicht nur im Klein-Klein verharren und nicht jemand sein, der nur das sieht, was nicht geht. Sondern jemand sein, der es aktiv \u00e4ndern m\u00f6chte. Selbstverst\u00e4ndlich musst du manchmal auch Gegebenheiten akzeptieren, aber daraus kannst du trotzdem das Beste herausholen.<\/p>\n<p>Ich erlebe an unserem BSZ junge Menschen, die <em>wollen<\/em>. Nat\u00fcrlich ist das Lernen auch anstrengend. Aber unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zeigen uns, dass sie sich dieser Anstrengung stellen m\u00f6chten und sie wissen \u2013 zumindest ungef\u00e4hr \u2013 wo die Reise hingehen soll. Selbst, wenn sie es nicht wissen, ist das nicht schlimm. Denn daf\u00fcr gibt es ja uns und daf\u00fcr gibt es auch die M\u00f6glichkeit, sich immer weiterzuentwickeln. Die Erwartungshaltung, dass ein junger Mensch mit 14, 15 oder 16 Jahren wissen muss, was er die n\u00e4chsten 20 Jahre arbeiten will, ist irrsinnig \u2013 und sie setzt junge Menschen viel zu sehr unter Druck. Ich m\u00f6chte jungen Erwachsenen die Gelegenheit geben, sich zu entwickeln. Auf dieser Suche festzustellen, das ist etwas f\u00fcr mich und das nicht \u2013 und das zu akzeptieren \u2013, macht Schule aus. Ich finde es ganz wichtig, Sch\u00fclern eine zweite, vielleicht auch mal eine dritte Chance zu geben. Nat\u00fcrlich ist unsere Gesellschaft leistungsorientiert. Aber das kann doch zusammengehen mit sozialen Dingen, mit einem guten Miteinander.<\/p>\n<p>Es liegt an uns, wie die Gesellschaft in 10, in 20 Jahren aussieht. Wir erziehen und bilden junge Leute, wir geben ihnen M\u00f6glichkeiten, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, sich auszuprobieren und k\u00f6nnen ihnen nicht jede Entscheidung abnehmen. Vielleicht \u2013 und das ist aus meiner Sicht ganz wichtig \u2013 m\u00fcssen wir einfach selbstverst\u00e4ndlicher damit leben, dass sie Fehler machen. Genau wie wir alle jeden Tag Fehler machen, genauso ist das auch jungen Menschen zu \u00bbg\u00f6nnen\u00ab. Das ist Entwicklung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schule.sachsen.de\/berufsbildende-schulen-6228.html\">Mehr zu den Berufsbildenden Schulen in Sachsen und den zahlreichen, attraktiven Ausbildungsm\u00f6glichkeiten gibt es auf unserer Webseite.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielfalt, Fachkompetenz und das Interesse am Sch\u00fcler \u2013 so w\u00fcrde Schulleiterin Anja Unger ihr Berufliches Schulzentrum f\u00fcr Agrarwirtschaft und Ern\u00e4hrung in Dresden in drei Worten beschreiben. Was die Schule genau zu bieten hat und weshalb sie so besonders ist, zeigen wir im Interview.<\/p>\n","protected":false},"author":138,"featured_media":11260,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[48],"tags":[484,460,136,407,62,756],"class_list":["post-11258","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview","tag-berufliche-schulzentren","tag-bsz","tag-interview","tag-sachsen","tag-schule","tag-schulleitung"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/138"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11258"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11258\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11278,"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11258\/revisions\/11278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}