{"id":10714,"date":"2023-05-31T09:59:32","date_gmt":"2023-05-31T07:59:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=10714"},"modified":"2023-06-12T11:46:36","modified_gmt":"2023-06-12T09:46:36","slug":"wo-lehrerinnen-und-lehrer-an-ihre-grenzen-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2023\/05\/31\/wo-lehrerinnen-und-lehrer-an-ihre-grenzen-kommen\/","title":{"rendered":"Wo Lehrerinnen und Lehrer an ihre Grenzen kommen"},"content":{"rendered":"<p>Seit April diskutieren vier Expertenr\u00e4te \u00fcber Sachsens Schule der Zukunft. Kultusminister Christian Piwarz hat das Projekt \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab ins Leben gerufen, um mit in- und externem Sachverstand ein Konzept zu entwickeln, dass schon 2024 in die Umsetzung gehen soll. In dieser Artikel-Serie stellen wir die vier Expertenr\u00e4te und ihre Themen vor.<!--more--><\/p>\n<h2><strong>Teil 2: Expertenrat \u00bbProfessionalisierung\u00ab<\/strong><\/h2>\n<p>\u00bbWie oft ist zu h\u00f6ren, wenn ein Problem in gesellschaftlichen Debatten \u00f6ffentlich wird, die Schule muss es richten! Lehrer sollen fortgebildet werden, damit sie sich dieser Dinge annehmen\u00ab, sagt Petra Zeller. Sie ist Referatsleiterin f\u00fcr Lehrerbildung im s\u00e4chsischen Kultusministerium und Teil der achtk\u00f6pfigen Projektgruppe, die das Projekt \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab steuert. \u00bbWenn man aber genauer hinschaut, kommt man schnell dahin, dass Lehrkr\u00e4fte allein heute l\u00e4ngst nicht mehr alles richten k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis gibt es im Kultusministerium schon eine geraume Zeit. Dank des Projektes \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab besteht nun aber endlich die M\u00f6glichkeit, das Thema ohne den st\u00e4ndigen Druck zu denken, dass das Bildungssystem generell unter fehlendem Personal leidet. Im Gegenteil: Aus Sicht des Ministeriums liegt darin sogar eine Chance, wenn eine solche Diskussion eben nicht rein defizitorientiert gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<h2><strong>Wie arbeiten multiprofessionelle Teams zusammen? <\/strong><\/h2>\n<p>Der Expertenrat \u00bbProfessionalisierung\u00ab hat also den Auftrag, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, damit alle an Schule t\u00e4tigen Personen das Lernen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler unterst\u00fctzen und Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit ausger\u00e4umt werden. Mehr noch: Es geht um das Arbeiten mit multiprofessionellen Teams und die Frage, wie die Potenziale in der Zusammenarbeit besser genutzt werden k\u00f6nnen. Es geht auch um die lebenslange Professionalisierung von Lehrkr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr hat die Projektgruppe im Vorfeld \u2013 begleitet von Schulleitungen und einem internen Beteiligungsverfahren \u2013 eine Reihe von Fragestellungen sowie vier Ziele entwickelt, mit denen sich nun der Expertenrat besch\u00e4ftigt. \u00bbWie k\u00f6nnen fest verankerte multiprofessionelle Teams die wachsenden Aufgabenspektren der s\u00e4chsischen Schulen in hoher Qualit\u00e4t absichern?\u00ab und \u00bbWie m\u00fcssen die Zust\u00e4ndigkeiten geregelt sein, damit Kooperationen gelingen k\u00f6nnen?\u00ab lauten etwa zwei der zentralen Fragestellungen.<\/p>\n<p>Multiprofessionelle Teams \u2013 die sind im Grunde jetzt schon an Schulen aktiv. So arbeiten Grundschullehrerinnen und -lehrer eng mit Erzieherinnen und Erziehern im Hort zusammen. L\u00e4ngst ist auch Personal aus den Bereichen Inklusion, Sozialp\u00e4dagogik oder Berufsberatung an s\u00e4chsischen Schulen unterwegs. Dazu kommen Menschen, die im Rahmen von Ganztagsangeboten ihr Wissen weitergeben, sowie verschiedene Assistenzen, die etwa Schulleitungen bei der Verwaltung unterst\u00fctzen oder auch p\u00e4dagogisch wirken.<\/p>\n<h2><strong>Rollenverteilung kl\u00e4ren<\/strong><\/h2>\n<p>\u00bbWir m\u00fcssen die Rollen dieser Personen noch st\u00e4rker als bisher kl\u00e4ren\u00ab, sagt Christopher J\u00e4hnisch, der als Referent im Ministerium Teil der Projektgruppe ist und vorher im Landesamt f\u00fcr Schule und Bildung in Dresden als Referatsleiter f\u00fcr die Lehreraus- und Weiterbildung am Standort in Dresden zust\u00e4ndig war. \u00bbEin gro\u00dfes Thema ist dabei auch die Frage, wie man mit den unterschiedlichen Tr\u00e4gerschaften umgeht.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbF\u00fcr den Expertenrat Professionalisierung hat sich in der ersten Sitzung Mitte Mai zuerst die Frage gestellt, wie konkret bzw. abstrakt die formulierten Handlungsempfehlungen sein sollen\u00ab, berichtet Anne-Kathrin Rossner, die den Expertenrat als Moderatorin unterst\u00fctzt, sich selbst zu organisieren. Die Frage hat sie an die Projektgruppe im Kultusministerium weitergegeben. \u00bbDas entscheidet letztlich die Gruppe selbst\u00ab, lautete die Antwort von Referatsleiterin Petra Zeller, festgehalten auf der internen Arbeitsplattform des Expertenrats. Gleichzeitig aber hat sie angemerkt, dass die Empfehlungen sp\u00e4ter zu einem konkreten Ma\u00dfnahmenkatalog im Ministerium f\u00fchren sollen, eine \u00bbzu hohe Abstraktionsebene also hinderlich\u00ab w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wobei: Vor der \u00dcbersetzung in einen konkreten Ma\u00dfnahmenkatalog durch die Projektgruppe stehen sowieso erst noch die f\u00fcnf regionalen Bildungsforen, in denen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die Ma\u00dfnahme-Empfehlungen der Expertenr\u00e4te diskutieren und bewerten.<\/p>\n<h2><strong>Ausbildung und Arbeitsbedingungen<\/strong><\/h2>\n<p>Die Zusammenarbeit und Ausgestaltung von multiprofessionellen Teams an Schulen ist aber nur ein Thema, das der Expertenrat bearbeitet. Ein weiteres ist, wie bei zunehmender Digitalisierung und Komplexit\u00e4t der Gesellschaft die lebenslange berufsbegleitende Professionalisierung der Zukunft aussieht. Auch ist zu kl\u00e4ren, wie das Anforderungsprofil an Lehrkr\u00e4fte k\u00fcnftig aussieht und wie die Zusammenarbeit mit Hochschulen und anderen Institutionen bei der Ausbildung von Lehrkr\u00e4ften ausgestaltet werden kann.<\/p>\n<p>\u00bbSicherlich muss auch ein gro\u00dfes Augenmerk auf den Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Lehrern liegen\u00ab, antwortet Christopher J\u00e4nisch auf die Frage, ob das Projekt \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab angesichts der aktuellen Arbeitsbelastung von Lehrkr\u00e4ften nicht zu viel will. \u00bbDeswegen haben wir ja Vertreterinnen und Vertreter aus ganz unterschiedlichen Bereichen im Expertenrat.\u00ab Insgesamt 17 Vertreterinnen und Vertretern von Gewerkschaften, Hauptpersonalrat, Elternschaft, aber auch aus Ausbildungsinstitutionen und Forschungseinrichtungen sind in dem Gremium vertreten (eine \u00dcbersicht finden Sie <a href=\"https:\/\/www.bildungsland2030.sachsen.de\/mitglieder-der-expertenraete-4182.html\">hier)<\/a>.<\/p>\n<p>Aber auch B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger aus Sachsen k\u00f6nnen sich in den Prozess einbringen, zum Beispiel im Rahmen der regionalen Bildungsforen. Diese starten Ende Juni und werden dann bis November die von den Expertenr\u00e4ten entwickelten Handlungsempfehlungen bewerten und kommentieren. Insgesamt gibt es 200 Pl\u00e4tze in den f\u00fcnf Regionalforen. Alle Bedingungen f\u00fcr die Teilnahme finden Sie <a href=\"https:\/\/www.bildungsland2030.sachsen.de\/regionale-bildungsforen-3995.html\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Autor: Peter Stawowy<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit April diskutieren vier Expertenr\u00e4te \u00fcber Sachsens Schule der Zukunft. Kultusminister Christian Piwarz hat das Projekt \u00bbBildungsland Sachsen 2030\u00ab ins Leben gerufen, um mit in- und externem Sachverstand ein Konzept zu entwickeln, dass schon 2024 in die Umsetzung gehen soll. 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