{"id":10485,"date":"2023-03-06T13:09:58","date_gmt":"2023-03-06T12:09:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=10485"},"modified":"2026-02-25T17:04:02","modified_gmt":"2026-02-25T16:04:02","slug":"schueler-ohne-abschluss-der-faktencheck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2023\/03\/06\/schueler-ohne-abschluss-der-faktencheck\/","title":{"rendered":"Sch\u00fcler ohne Abschluss \u2013 der Faktencheck"},"content":{"rendered":"<p>Die Leistungsf\u00e4higkeit und der Erfolg eines Bildungssystems h\u00e4ngen auch davon ab, wie viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einen Abschluss schaffen. Trotz Spitzenleistungen bei nationalen und internationalen Bildungsvergleichen hat Sachsen im L\u00e4nderverglich eine hohe Quote bei Sch\u00fclern ohne Abschluss. Wie passt das zusammen? Der Faktencheck.<!--more--><\/p>\n<h3>Sch\u00fcler ohne Hauptschulabschluss auf dem ersten Bildungsweg in Sachsen<\/h3>\n<p>Aktuelle Tabelle Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen ohne Abschluss bezogen auf alle Absolvierende<\/p>\n<p>2025: 9,1%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3.210 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ***<\/p>\n<p>2024: 9,1%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3.075 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler **<\/p>\n<p>2023:\u00a08,6% \u00a0\u00a0\u00a0 2.769 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler *<\/p>\n<p>2022: 8,5%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.775 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/p>\n<p>2021: 8,8%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.793 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/p>\n<p>2020: 7,9%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.455 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/p>\n<p>2019: 8,7%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.708 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/p>\n<p>2018: 8,7%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.637 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/p>\n<p>2017: 8,3%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.566 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/p>\n<p>2016: 8,4%\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2.533 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler<\/p>\n<p>\u00bbWir m\u00fcssen weiter unsere Hausaufgaben machen, damit mehr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit einem Abschluss die Schule verlassen. Die Schere zwischen Spitzenleistungen und Misserfolg darf nicht weiter auseinandergehen\u00ab, so Kultusminister Christian Piwarz, der darauf verwies, dass alle Bundesl\u00e4nder vor dieser Herausforderung stehen. \u00bbDie gestiegene Heterogenit\u00e4t in der Gesamtgesellschaft spiegle sich auch in der Schule wider. Die Antwort darauf muss mit vielf\u00e4ltigen und individuellen Lernangeboten sowie mit gen\u00fcgend gut ausgebildeten Lehrkr\u00e4ften erfolgen. F\u00fcr uns z\u00e4hlt jeder Sch\u00fcler und jede Sch\u00fclerin. Klar ist aber auch, Schule kann nicht die alleinige Reparaturwerkstatt f\u00fcr die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen sein\u00ab, so Piwarz.<\/p>\n<h3>L\u00e4ndervergleich schwierig \u2013 statistische Erhebungsverfahren sind zu unterschiedlich<\/h3>\n<p>Immer wieder steht Sachsen beim L\u00e4ndervergleich mit einer hohen Quote an Sch\u00fclern ohne Abschluss in der Kritik. Ein genauer Blick in die Zahlen zeigt, dass die unterschiedlichen Erhebungsdaten einen L\u00e4ndervergleich schwierig machen. Im Ergebnisse steht am Ende ein verzerrtes Bild, das nicht die tats\u00e4chlichen Realit\u00e4ten in den einzelnen L\u00e4ndern widerspiegelt.<\/p>\n<p>In Sachsen werden z. B. die Sch\u00fcler mit dem F\u00f6rderschwerpunkt geistige Entwicklung und Lernen in der Statistik mitgef\u00fchrt. Von den 8,5 % der Sch\u00fcler ohne Hauptschulabschluss 2022 sind etwa 970 Sch\u00fcler, die einen Abschluss im F\u00f6rderschwerpunkt Lernen erworben haben (ca. 3%) und rund 340 Sch\u00fcler, die einen Abschluss im F\u00f6rderschwerpunkt geistige Entwicklung erworben haben (ca. 1%). Diese 4% aller Absolventen d\u00fcrfen nicht als Sch\u00fcler ohne Abschluss diskriminiert werden.<\/p>\n<h3>Erfolgreicher Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg<\/h3>\n<p>Bei der Quote wird zudem nicht ber\u00fccksichtigt, ob junge Menschen auf einem anderen Weg ihren Hauptschulabschluss nachholen, z. B. \u00fcber die Schulfremdenpr\u00fcfung, im Berufsvorbereitungsjahr oder durch Zuerkennung eines guten Berufsabschlusses. Beim Anteil der erfolgreichen Absolventen an den Abg\u00e4ngern aus dem Berufsvorbereitungsjahr steht Sachsen mit an der Spitze der Bundesl\u00e4nder. Das bedeutet, der gr\u00f6\u00dfte Anteil der s\u00e4chsischen Sch\u00fcler erwirbt am Ende der Schulzeit einen Schulabschluss, der den individuellen Leistungsm\u00f6glichkeiten entspricht. 95 Prozent aller 20 bis 30-j\u00e4hrigen in Sachsen verf\u00fcgen zumindest \u00fcber einen Hauptschulabschluss. Deutschlandweit liegt dieser Wert bei 93,2 Prozent. (Zahlen sind von 2021, neuere liegen dazu noch nicht vor).<\/p>\n<p>Im Pr\u00fcfungsjahr 2022 nahmen z. B. ca. 450 Personen die M\u00f6glichkeit wahr, den Haupt- bzw. Realschulabschluss \u00fcber eine Schulfremdenpr\u00fcfung abzulegen.<\/p>\n<h3>S\u00e4chsischer Hauptschulabschluss mit hoher Qualit\u00e4t<\/h3>\n<p>In Sachsen ist der Hauptschulabschluss mit einem vergleichbar hohen Leistungsanspruch verkn\u00fcpft. W\u00e4hrend bei uns im Freistaat der Hauptschulabschluss nur mit einer zentralen Pr\u00fcfung erworben werden kann, ist dieses bei einem gro\u00dfen Teil der Bundesl\u00e4nder nicht der Fall.<\/p>\n<h3>Was wird getan, um die Quote der Sch\u00fcler ohne Abschluss zu senken?<\/h3>\n<p>Um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, denen das Lernen schwerf\u00e4llt, den Weg zum Schulabschluss zu ebnen, hat das Kultusministerium verschiedene Projekte und Unterst\u00fctzungsprogramme in das Regelschulsystem integriert. Durch die h\u00f6chst individuellen und alternativen Lernangebote k\u00f6nnen mehr Jugendliche zu einem Abschluss gef\u00fchrt werden. Hier ein paar Beispiele daf\u00fcr:<\/p>\n<h4>Produktives Lernen:<\/h4>\n<p>Das im Regelsystem fest verankerte Projekt wendet sich an abschlussgef\u00e4hrdete Sch\u00fcler der 8. und 9. Klassenstufe einer Oberschule. Hier werden au\u00dferschulische T\u00e4tigkeiten an selbst gew\u00e4hlten Praxispl\u00e4tzen mit dem Lernen an der Schule verbunden. Das Lernen in der Schule erfolgt an 2 Tagen in der Woche fachbezogen, fachu\u0308bergreifend und f\u00e4cherverbindend. Das Lernen in der Praxis an 3 Tagen in der Woche ist das Kernstu\u0308ck des \u00bbProduktiven Lernens\u00ab, wobei sich die Schu\u0308lerinnen und Schu\u0308ler auf Grundlage einer intensiven Erkundung ihrer Interessen und Kompetenzen weitestgehend selbst\u00e4ndig Praxispl\u00e4tze in einem Betrieb, einer Beh\u00f6rde, einer kulturellen, sozialen oder auch politischen Einrichtung suchen.<\/p>\n<p>In Sachsen bieten derzeit 9 Oberschulen \u00bbProduktives Lernen<strong>\u00ab<\/strong> an. Welche Erfolge damit erzielt werden und weitere Details sind abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.schule.sachsen.de\/produktives-lernen-6099.html\">https:\/\/www.schule.sachsen.de\/produktives-lernen-6099.html<\/a><\/p>\n<h4>Praxisberater:<\/h4>\n<p>Praxisberater bieten den Sch\u00fclern Hilfe und Unterst\u00fctzung bei der Berufsorientierung, um die Jugendlichen f\u00fcr einen Schulabschluss zu motivieren. Derzeit sind im Freistaat Sachsen an 251 Oberschulen 302 Praxisberaterinnen und Praxisberater t\u00e4tig. Weitere Infos gibt es hier: <a href=\"https:\/\/praxisberater-sachsen.de\/das-projekt\/\">https:\/\/praxisberater-sachsen.de\/das-projekt\/<\/a><\/p>\n<h4>Berufseinstiegsbegleiter:<\/h4>\n<p>Berufseinstiegsbegleiter begleiten die Jugendlichen an Oberschulen und allgemeinbildenden F\u00f6rderschulen individuell bis in die Ausbildung hinein. Sie haben sich als sinnvolles Instrument erwiesen, um leistungsschw\u00e4chere Sch\u00fcler bzw. Sch\u00fclerinnen in ihrer Motivation doch zu einem schulischen Abschluss und zu einem erfolgreichen \u00dcbergang in die Ausbildung zu f\u00fchren. <a href=\"https:\/\/www.bo.schule.sachsen.de\/personal-3985.html\">Personal zur Unterst\u00fctzung &#8211; Berufliche Orientierung &#8211; sachsen.de<\/a><\/p>\n<h4>F\u00f6rderangebote durch Lerncamps und Ganztagesangebote:<\/h4>\n<p>Die Lerncamps in den Ferien haben starke praktische Bez\u00fcge, die nicht nur die Lernl\u00fccken schlie\u00dfen, sondern auch die Lernmotivation steigern sollen.<\/p>\n<p>Auch die Ganztagesangebote an den Schulen dienen dazu, die Lernmotivation zu erh\u00f6hen und die Lernl\u00fccken zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<h4>Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg:<\/h4>\n<p>In Sachsen gibt es viele verschiedene M\u00f6glichkeiten den Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen, z. B. auf den Abendschulen, durch eine Schulfremdenpr\u00fcfung, \u00fcber das Berufsvorbereitungsjahr oder die Zuerkennung nach einer guten Berufsausbildung. 2021 waren das fast 2.500 Jugendliche.<\/p>\n<p>Leistungsf\u00e4hige Sch\u00fcler der Schule zur Lernf\u00f6rderung erhalten die M\u00f6glichkeit, den Hauptschulabschluss zu erwerben. Das waren 2021 etwas mehr als 200 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<\/p>\n<h4>Multiprofessionelle Teams an Schulen:<\/h4>\n<p>Um die gestiegene Heterogenit\u00e4t an Schule gestalten zu k\u00f6nnen, brauchen die Lehrkr\u00e4fte und Schulleitungen zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung. Diese Unterst\u00fctzung erfolgt durch weitere Fachkr\u00e4fte aus unterschiedlichen Berufsbereichen, sodass sich an den Schulen zunehmend multiprofessionelle Teams bilden. Insgesamt besch\u00e4ftigt der Freistaat \u00fcber 500 Schulassistenten, die \u00fcberwiegend nach sozialen Kriterien an Schulen zum Einsatz kommen. An jeder s\u00e4chsischen Oberschule finanziert der Freistaat eine Stelle f\u00fcr Schulsozialarbeit. Weitere Schulsozialarbeiter, \u00fcber deren Verteilung die Tr\u00e4ger der \u00f6ffentlichen Jugendhilfe \u00fcberwiegend nach sozialen Indikatoren entscheiden, werden mit bis zu 90 % vom Freistaat gef\u00f6rdert. 230 Inklusionsassistenten finanziert der Freistaat zu F\u00f6rderung inklusiven Unterrichts. Dazu kommen Praxisberater an \u00fcber 250 Oberschulen, die der Freistaat zusammen mit der Bundesagentur zum Einsatz bringt. Und an \u00fcber 50 Schulen unterst\u00fctzen Berufseinstiegsbegleiter diejenigen, denen der \u00dcbergang in den Beruf besonders schwerf\u00e4llt. Details: <a href=\"https:\/\/www.schule.sachsen.de\/schulassistenz-6864.html\">https:\/\/www.schule.sachsen.de\/schulassistenz-6864.html<\/a><\/p>\n<p>* Aktualisiert am 8. April 2024<br \/>\n** Aktualisiert am 9. Mai 2025<br \/>\n*** Aktualisiert am 25. Februar 2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Leistungsf\u00e4higkeit und der Erfolg eines Bildungssystems h\u00e4ngen auch davon ab, wie viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einen Abschluss schaffen. Trotz Spitzenleistungen bei nationalen und internationalen Bildungsvergleichen hat Sachsen im L\u00e4nderverglich eine hohe Quote bei Sch\u00fclern ohne Abschluss. Wie passt das zusammen? 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