{"id":10235,"date":"2022-09-22T09:45:23","date_gmt":"2022-09-22T07:45:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/?p=10235"},"modified":"2022-09-30T13:03:09","modified_gmt":"2022-09-30T11:03:09","slug":"ach-rutscht-mir-doch-den-buckel-runter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/index.php\/2022\/09\/22\/ach-rutscht-mir-doch-den-buckel-runter\/","title":{"rendered":"\u00bbAch, rutscht mir doch den Buckel runter!\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 am besten auf der Dresdner R\u00fcsselrutsche. F\u00fcr ihr Engagement in der Denkmalpflege sind in diesem Jahr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der 32. Oberschule der Stadt Dresden mit dem S\u00e4chsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis ausgezeichnet worden. Vom nicht immer einfachen, aber lohnenswerten Weg zum Ziel erz\u00e4hlen die Jugendlichen selbst.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zuerst einmal, wer sind wir eigentlich? Wir \u2013 das ist die PEGASUS-Gruppe aus der 32. Oberschule in Dresden.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns begann das Abenteuer \u00bbPEGASUS \u2013 Schulen adoptieren Denkmale\u00ab 2019 mit elf Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus zwei damaligen siebten Klassen. Derzeit sind noch acht dabei: Zwei Zeichnerinnen, zwei Fotografen, zwei sind fit am Rechner, aber alle sind historisch interessiert und furchtbar neugierig. Wir sind ordentlich stolz, dass wir f\u00fcr unser Projekt den S\u00e4chsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis erhalten haben.<\/p>\n<p>Doch welches Denkmal wurde unser Projekt? Nun, es ist fast zwei Meter hoch, grau, schwer, l\u00e4dt kleine Kinder zum Spielen ein und erweckt bei dem einen oder anderen an einer bestimmten Stelle raue Erinnerungen \u2013 es ist der bekannte Spielplatzrutscheelefant der DDR.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10237\" aria-describedby=\"caption-attachment-10237\" style=\"width: 169px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10237 size-medium\" src=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Elefant_2-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Elefant_2-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Elefant_2-675x1200.jpg 675w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Elefant_2-768x1365.jpg 768w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Elefant_2-864x1536.jpg 864w, https:\/\/www.bildung.sachsen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Elefant_2.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10237\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Ulrike Wolf<\/figcaption><\/figure>\n<p>Rutschen wir drei Jahre in der Zeit, zum Beginn unseres Projektes, zur\u00fcck: Als unsere Lehrerin Frau Wolf uns damals die Idee vorstellte, musste sie uns nicht lange \u00fcberzeugen. Ein Spielger\u00e4t als Denkmal! Es war f\u00fcr uns ungew\u00f6hnlich, dass man auf einem Denkmal toben, klettern und rutschen durfte \u2013 wir haben es nat\u00fcrlich sofort selbst ausprobiert \u2013 und so adoptierten wir unseren Elefanten mit viel Begeisterung.<\/p>\n<p>Einst waren diese Betonelefanten auf Spielpl\u00e4tzen in der ganzen DDR zu finden \u2013 heute existieren nur noch wenige der originalen Rutschelefanten, zum Beispiel in Eisenach, Neubrandenburg, Leipzig und Dresden. Ihre Erfinder waren der Bilderhauer Johannes Peschel und seine Kollegen Egmar Ponndorf und Vinzenz Wanitschke von der Dresdener Produktionsgenossenschaft \u00bbKunst am Bau\u00ab.<\/p>\n<p>Die ersten zwei Prototypen aus dem Jahre 1962 bestanden noch aus einem Guss und sind bis heute erhalten geblieben. Einer befindet sich im Leipziger Palmengarten und der andere wird in der Dresdener Altstadt von den Kindern der Nachbarschaft kr\u00e4ftig bespielt.<\/p>\n<p>Danach wurden die Figuren vereinfacht und aus 14 Betonteilen zusammengesetzt. Ab 1965 wurde der kleine Elefant in Serie produziert und in der ganzen DDR verteilt. Als Schmuck erhielten die Ohren kleine Mosaiksteinchen und der R\u00fcssel wurde mit einer Messingplatte ausgekleidet. Fehlte sie, musste der Beton erst durch viele Kinder glatt gerutscht werden. Somit h\u00e4tten wir am Anfang vielleicht nicht sagen sollen \u00bbRutscht mir doch den Buckel runter\u00ab, sondern besser \u00bbRutscht mir doch den R\u00fcssel runter\u00ab.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns als Mitglieder der PEGASUS-Gruppe wurde der Elefant ein Herzensprojekt \u2013 leider mussten wir bedingt durch die Corona-Pandemie unsere Arbeit zweimal pausieren. Doch davon lie\u00dfen wir uns nicht unterkriegen. Wir arbeiteten nur noch h\u00e4rter, um an unser Ziel zu kommen. Nach der Schule recherchierten wir f\u00fcr unsere Informationstafeln, erforschten die Skulptur als Teil der Kunstgeschichte der DDR. Unsere erste Exkursion nach Corona f\u00fchrte uns in den Leipziger Palmengarten, wo wir den Rutschelefanten von seinem Dresdner Zwilling gr\u00fc\u00dften. In der Schule fertigten wir Tonmodelle unsere eigenen kleinen erdachten Spielger\u00e4te an \u2013 und freuen uns besonders, dass wir diese zum Abschluss unseres Projektes auf der kommenden Denkmalmesse Ende November vorstellen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Wir sind jetzt in der zehnten Klasse und werden die Schule bald verlassen \u2013 da stellt sich die Frage: Wird es weiterhin eine PEGASUS-Gruppe an der 32. Oberschule geben? Ja, wird es! Mit dem n\u00e4chsten Projekt haben wir bereits begonnen. Diesmal steht ein Brunnenhaus in der Dresdner Neustadt aus den 30er Jahren des 19. Jahrhundert im Mittelpunkt.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten nat\u00fcrlich nicht zu viel verraten, aber wir wollen es in ein kleines Museum verwandeln. Dieses Projekt werden wir an interessierte und wissbegierige Achtkl\u00e4ssler \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt solche Anerkennung gefunden hat und bedanken uns vielmals. Wir werden den Preis in Ehren halten.<\/p>\n<h2>Das Projekt: \u00bbPEGASUS \u2013 Schulen adoptieren Denkmale\u00ab<\/h2>\n<p>Mit dem Programm \u00bbPEGASUS \u2013 Schulen adoptieren Denkmale\u00ab sollen s\u00e4chsische Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fcr das Kulturerbe und die Denkmalpflege begeistert werden. Kindern und Jugendlichen soll der Wert von Denkmalen vermittelt werden. Patenschaften k\u00f6nnen f\u00fcr anerkannte Bau- und Bodendenkmale \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>Weitere Informationen dazu gibt es <a href=\"https:\/\/www.schule.sachsen.de\/pegasus-schulen-adoptieren-denkmale-7241.html\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gastbeitrag der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der 32. Oberschule Dresden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 am besten auf der Dresdner R\u00fcsselrutsche. F\u00fcr ihr Engagement in der Denkmalpflege sind in diesem Jahr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der 32. Oberschule der Stadt Dresden mit dem S\u00e4chsischen Kinder- und Jugenddenkmalpreis ausgezeichnet worden. 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