Immer erreichbar?! Neue Medien verändern Kommunikation zwischen Lehrern, Schülern und Eltern

Immer erreichbar?! Neue Medien verändern Kommunikation zwischen Lehrern, Schülern und Eltern

Soziale Netzwerke, E-Mails und Smartphones haben unser Kommunikationsverhalten stark verändert. Inwiefern eigentlich Lehrer, Schüler und Eltern über neue Medien kommunizieren können und wo die Grenzen sind, das wollten wir in der neuen Ausgabe der KLASSE genauer wissen. Hier ein paar interessante Fakten dazu.

Muss ich als Lehrer rund um die Uhr für Schüler und Eltern erreichbar sein?

Normalerweise nicht. Es gelten die üblichen arbeitsrechtlichen Bedingungen mit der festgelegten Arbeitszeit. Grundsätzlich muss es genügen, wenn Schüler und Eltern die Lehrer währen der Schulzeit erreichen können. Im Einzelfall stehen Lehrer natürlich auch zu anderen Zeiten zur Verfügung, zum Beispiel beim Elternabend oder bei besonderem Interesse der Eltern.

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Dürfen Lehrer mit Schülern über WhatsApp kommunizieren?

Ja, dürfen sie. Aber: Nachrichten, die alle Schüler angehen wie Hausaufgaben oder Infos zu Klassenfahrten, dürfen nicht nur über WhatsApp kommuniziert werden. Das würde sonst dazu führen, dass alle Schüler einer Klasse verpflichtet sind, WhatsApp zu haben und zu nutzen. So eine Verpflichtung ist rechtlich nicht durchsetzbar. Außerdem ist Vorsicht geboten bei schulbezogenen, sensiblen Daten wie Zensuren oder Krankmeldungen. Diese sollten nicht auf internetbasierten Dialogplattformen übermittelt werden. Ein wirksamer Schutz gegen den Zugriff unbefugter Dritter ist hier nur schwer sicherzustellen.

Noch mehr Infos zum Thema Kommunkation mit neuen Medien, zum Beipiel, ob Lehrer ihre private Mailadresse Schülern und Eltern bekanntgeben müssen, gibt es in der neuen Ausgabe der KLASSE vom Oktober 2016. Sie kann hier heruntergeladen oder per Mail an klasse@smk.sachsen.de in der gedruckten Form kostenlos bestellt werden.

Manja Kelch, Pressereferentin und Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

4 Kommentare

  1. Sylvia Weißhuhn vor 2 Jahren

    Wünschen uns wieder mehr Zusammenarbeit mit den Lehrern/ Lehrerinnen.

    • Autor
      Manja Kelch - SMK vor 2 Jahren

      Wenn es Defizite gibt, dann wäre es vielleicht am besten, wenn Sie über die Elternvertretung etwas anschieben! Oder beim Elternabend könnte man das Thema Kommunikation Eltern-Lehrer auf die Agenda nehmen.

  2. Sylvia Weißhuhn vor 2 Jahren

    Es ist richtig, dass Lehrer nicht immer und überall erreichbar sein müssen. Haben derzeit Kinder in 3 verschiedenen Schularten (Gymnasium,Oberschule.Grundschule). Kommunikation an der Oberschule ist sehr gut. An der Grundschule werden Elternsprechtage angeboten, zu denen aber berufstätige Eltern kaum erscheinen können.(Uhrzeit meist von 14.00-16.00 Uhr) Dort haben wir weder eine Telefon- bzw. Mobilnummer oder eine E-Mail Adresse der Klassenlehrerin.Man kann lediglich an der Grundschule direkt anrufen bzw. eine E-Mail senden.
    Am Gymnasium erinnert man sich an uns Eltern meistens nur, wenn Geld benötigt wird bzw. es sehr,sehr große schulische Schwierigkeiten gibt. Die schulischen Schwierigkeiten sind dann aber schon so weit fort geschritten, dass die Versetzung gefährdet ist. Trotz vieler Bemühungen von unserer Seite kommen wir uns am Gymnasium vor wie in der Steinzeit. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule würde viele Sachen einfacher machen. Die Nutzung der vielen zur Verfügung stehenden Kommunikationsmöglichkeiten kann doch nicht so schwer sein.

    • Autor
      Manja Kelch - SMK vor 2 Jahren

      Interessanter Kommentar, danke! Also wie gesagt, ich würde das Thema an der Schule ansprechen und gemeinsam mit den Lehrer*innen nach Lösungen suchen. Bedenken muss man dabei natürlich auch, dass Lehrer*innen nicht rund um die Uhr erreichbar sein können und sollten. Freizeit und Abstand zum Job brauchen sie genauso wie wir alle. Lehrer*innen neigen laut Gesundheitsbericht der Sächsischen Bildungsagentur sowieso dazu, ihre Arbeit oder schulische Probleme mit in die Freizeit hineinzunehmen (siehe aktuelle KLASSE, Seite 6 „Lehrer am Limit“: http://www.smk.sachsen.de/5240.htm ). Das führt zu erhöhtem Stress und ist auf Dauer schädlich für die Gesundheit.

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