Sachsen schafft ein neues Landesamt für Schule und Bildung

Sachsen schafft ein neues Landesamt für Schule und Bildung

Das neue Landesamt für Schule und Bildung wird, wie in der Novelle des Schulgesetzes vorgesehen, seine Arbeit am 1. Januar  2018 aufnehmen. Damit einhergehende grundlegende Strukturveränderungen mit neuen Aufgabenzuschnitten werden erst umgesetzt, wenn sich die Situation auf dem Lehrerarbeitsmarkt entspannt hat. Das hat jetzt Kultusministerin Brunhild Kurth entschieden.

Bildungsverwaltung aus einer Hand

© Lutz Steinert (SBA)

Die Idee, die Sächsische Bildungsagentur (SBA) mit ihren fünf Regionalstellen und das Sächsische Bildungsinstitut (SBI) zu einer Behörde zusammenzulegen, ist nicht neu. Bereits im Sommer 2012 beschloss die Staatsregierung, die Aufgaben der Schulverwaltung zu bündeln und Standorte zu konzentrieren. Ziel der Fusion ist eine Bildungsverwaltung aus einer Hand. Damit fungieren für Bürger und Lehrkräfte nicht mehr zwei Behörden mit unterschiedlichen Aufgaben als Ansprechpartner. Alle am Schulleben Beteiligten können sich mit ihren Anliegen künftig alleinig an das Landesamt wenden und Unterstützung erhalten. Ziel ist auch eine leistungsfähige Schulverwaltung, die den hohen Anforderungen bei der Absicherung des Unterrichts und der Gewährleistung einer hohen Qualität von Schule entspricht. Für die neue Landesbehörde hat Kultusministerin Brunhild Kurth jetzt die Weichen gestellt.

Das Landesamt wird seinen Sitz in Chemnitz haben. Die beiden neu eingerichteten Leitungspositionen des Präsidenten und des Vizepräsidenten wurden bereits ausgeschrieben. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 4. September 2017.

Derzeitige Standorte und Verwaltungsstruktur bleiben vorerst bestehen

Bis zum 1. Januar 2018 werden die verwaltungstechnischen Voraussetzungen geschaffen, damit das Amt gleich zu Beginn des nächsten Jahres seine Arbeit aufnehmen kann. Die derzeitige Verwaltungsstruktur und auch die bisherigen Standorte der Bildungsagentur und des Bildungsinstituts bleiben bis auf Weiteres erhalten.

Der Grund liegt auf der Hand – die angespannte Situation auf dem Lehrerarbeitsmarkt, die sich auch in den nächsten Jahren kaum ändern wird. „Die Personalgewinnung von Lehrern, die Ausrichtung auf schulscharfe Ausschreibungen von Lehrerstellen, die Einrichtung des Online-Bewerbungsverfahrens und die erheblichen Anstrengungen im Zusammenhang mit der Einstellung und Qualifikation von Seiteneinsteigern sind in nächster Zeit die zentralen Aufgaben des Landesamtes für Schule und Bildung. Dieser Prozess muss reibungslos und effizient bewältigt und darf nicht durch Umstrukturierungen gestört werden“, begründet Kultusministerin Brunhild Kurth ihre Entscheidung.

Bianca Schulz, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

5 Kommentare

  1. Uta Bergmann 3 Wochen vor

    Ich bin froh über jede Stunde Unterrichtsausfall, weil mein Sohn dann wenigstens mehr Zeit zum Lernen hat.

  2. Vater 3 Wochen vor

    Guten Tag Frau Schulz, war denn die „enge Unterrichtsversorgung“ nicht schon in den 90er Jahren vorhersehbar, als begonnen wurde, gezielt keine jungen Lehrer mehr einzustellen und man damit die hohen Altersabgänge provoziert hat, die letztlich einer der Gründe des heutigen Chaos sind? Und mit den Seiteneinsteigern – pädagogischen Laien – hab ich auch so meine Sorgen. Stellen Sie sich vor, die Lufthanse hätte nicht genug Piloten, die Uniklinik in Dresden nicht genügend Ärzte. Würden Sie mit einem Seiteneinsteiger, bspw. einem Hobby-Segelflieger, fliegen oder sich von einem Fleischermeister operieren lassen? Ihrer Logik zufolge würde eine 3monatige Umschulung völlig ausreichen. In der Zwischenzeit finden natürlich kaum Flüge statt und auch OPs gibts nur in wenigen Krankenhäusern. Ich würde mir etwas mehr Demut seitens der Verantwortlichen wünschen, denn die jetzige Situation wurde bewusst und sehenden Auges heraufbeschworen.

    • Autor
      Bianca Schulz - SMK 3 Wochen vor

      Sehr geehrter „Vater“,
      in ihrer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn am 3. August 2017 hat Staatsministerin Brunhild Kurth ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht, Fehler benannt sowie für die derzeitige Situation um Entschuldigung gebeten. Nachzulesen ist dies beispielsweise auch in der Sächsischen Zeitung (www.sz-online.de/sachsen/ich-entschuldige-mich-3741623.html).
      Ich denke, mehr Demut, wie von Ihnen gefordert, ist kaum möglich.

      Beste Grüße
      Bianca Schulz

  3. Borchers 3 Wochen vor

    Frau Kurth, was sagen Sie dazu: http://www.sz-online.de/nachrichten/weil-lehrer-fehlen-unterrichten-jetzt-schon-eltern-3764114.html
    Beste Grüße
    Bernhard Borchers

    • Autor
      Bianca Schulz - SMK 3 Wochen vor

      Sehr geehrter Herr Borchers,
      leider war zum Schuljahresstart bereits erkennbar, dass die Unterrichtsversorgung in der ersten Phase des Schuljahres sehr eng wird, obwohl fast alle geplanten Lehrerstellen besetzt werden konnten. Viele der eingestellten Seiteneinsteiger werden derzeit fortgebildet und können erst ab 1. Oktober zu unterrichten beginnen, jedoch ein großer Teil erst ab Dezember.
      An einigen Schulen ist die Lage zusätzlich angespannt, da kurzfristig Lehrkräfte erkrankt sind oder sich im Mutterschutz befinden. Dennoch werden alle Anstrengungen unternommen, um die Unterrichtsversorgung an den Schulen abzudecken. Auch über das noch andauernde schulscharfe Einstellungsverfahren wird weiter zielgerichtet um Lehrkräfte geworben – so auch für die 90. Grundschule in Dresden.

      Mit freundlichen Grüßen
      Bianca Schulz

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