Hunderte neue Lehrer eingestellt

Hunderte neue Lehrer eingestellt

Insgesamt 800 neue Lehrer will Sachsen zum zweiten Schulhalbjahr 2016/2017 einstellen. Bis jetzt sind 765 Lehrerstellen besetzt. Weitere Lehrer werden in den nächsten Wochen eingestellt. Beworben hatten sich insgesamt 2.259 Personen. Allerdings waren nur 838 davon ausgebildete Lehrer und 1.421 Seiteneinsteiger. Das zeigt, wie angespannt die Lage auf dem Lehrerarbeitsmarkt ist, und zwar bundesweit.

Fast alle Bundesländer haben große Probleme, die freien Stellen mit grundständig ausgebildeten Lehrern zu besetzen. Viele müssen zunehmend Seiteneinsteiger einstellen.

Die Hälfte will am Gymnasium arbeiten

Der Bedarf für bestimmte Schularten und Fächer weicht deutlich von der Ausbildung und den Wünschen der Bewerber ab. Etwa die Hälfte der Bewerber ist für das Lehramt an Gymnasien ausgebildet. Gebraucht werden momentan jedoch vor allem Lehrer für die Grundschulen, Oberschulen und Förderschulen. Besonders gesucht sind Lehrer für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer und Fremdsprachen. Erschwerend kommt dazu, nur wenige der als Lehrer ausgebildeten Bewerber möchten in einer anderen Schulart arbeiten. Ebenso sind nur wenige dazu bereit, in einer anderen Region zu unterrichten.

Fast alle Stellen besetzt

Trotz dieser Probleme konnten bisher 765 Lehrer eingestellt werden. Damit ist ein Großteil der Stellen besetzt. Rund ein Drittel sind jedoch Seiteneinsteiger. Über 80 Prozent der Seiteneinsteiger sind dabei für die Grundschulen und Oberschulen eingestellt worden.

Positiv: Die meisten Seiteneinsteiger bleiben

Die Seiteneinsteiger werden jetzt auf den Unterricht vorbereitet. 114 sind seit Beginn des Jahres bereits in der dreimonatigen Einstiegsfortbildung. Am 1. März beginnen weitere Seiteneinsteiger mit den Qualifizierungsmaßnahmen bevor sie nach drei Monaten unterrichten können. Nur wenige Seiteneinsteiger steigen aus dem Schuldienst wieder aus. Zum 1. August 2016 hatte Sachsen  rund 570 Seiteneinsteiger eingestellt. Davon haben lediglich 42 Personen ihren Dienst in der Probezeit beenden müssen oder selbst gekündigt. Das sind lediglich 7%.

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Manja Kelch, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

1 Kommentar

  1. Vater 6 Monaten vor

    Sachsen ist nicht in der Lage, den Bedarf an (qualifizierten) Lehrern zu decken. Nach den Gesetzen der Marktwirtschaft, die sich nach Angebot und Nachfrage richten, müssten ja jetzt die Preise (Löhne, Sozialleistungen…) steigen. Insofern kommt der Streik doch zur rechten Zeit. Nur warum geht niemand auf die Forderungen ein? Etwa weil es der Politik egal ist, ob es genügend (qualifizierte) Lehrer gibt? Worin besteht denn der Magnetismus, der Lehrer aus anderen Bundesländern nach Sachsen locken soll und auch Lehrer vom Weggang abhält? Was hat ein in der Grenzregion beheimateter Lehrer als Argument, eben nicht in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Bayern zu arbeiten?

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