Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Seiteneinstieg

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Seiteneinstieg

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Kornelia Gellner vom Kultusministerium wirbt auf der Messe „KarriereStart“ um Lehrernachwuchs

Das Interesse am Seiteneinstieg in den sächsischen Schuldienst ist groß. Wer will, kann sich darüber und über den Weg zum Lehrerberuf insgesamt, am kommenden Wochenende vom 20.01. bis 22.01.17 auf der Messe „KarriereStart“ informieren. Das Kultusministerium wirbt hier gemeinsam mit den Universitäten in Halle 2, Stand B 24 um Lehrernachwuchs. Experten beantworten Fragen zu den Zugangsvoraussetzungen, Studium, Vorbereitungsdienst und Einstellungsmöglichkeiten. Auch auf dem Bildungsserver sind wichtige Infos, Termine und Formulare zur Bewerbung zu finden. Außerdem haben wir hier und in der neuen Sonderbeilage zur KLASSE, die wichtigsten Fragen und Antworten mit Beispielen zum Seiteneinstieg zusammengefasst.

Welche formalen Voraussetzungen muss ich für einen Seiteneinstieg in den Lehrerberuf erfüllen?

Notwendige Voraussetzung ist ein mit einem Master, Magister oder Diplom abgeschlossenes Hochschulstudium an einer Universität, Kunst- oder Fachhochschule. Auch mit einem Bachelorabschluss der o. g. Hochschulen können Sie sich für die Schularten Grundschule, Mittel-/Oberschule oder Förderschule bewerben, wenn Sie hinreichende Studienleistungen in einem Unterrichtsfach der gewünschten Schulart nachweisen können. Andere Qualifizierungsabschlüsse sind für einen Seiteneinstieg in den Lehrerberuf nicht ausreichend.

Welche Unterstützung erhalte ich bei meinem Einstieg in den Schuldienst?

Alle Seiteneinsteiger absolvieren zunächst eine dreimonatige Einstiegsfortbildung, die innerhalb des Einzugsbereichs ihrer Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur organisiert wird. In dieser Phase vermitteln erfahrene Lehrkräfte und Mentoren Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu wesentlichen Abläufen des Schulalltages und der Unterrichtsgestaltung. Darauf folgt eine berufsbegleitende Phase der Qualifizierung zum Ausgleich fehlender pädagogischer und fachlicher Kompetenzen. Die Qualifizierungsangebote werden individuell und aufbauend zum vorhandenen Hochschulabschluss gestaltet. Welche berufsbegleitenden Qualifizierungsbausteine muss ich durchlaufen? Ziel der Qualifizierungsmaßnahmen ist es, mittelfristig ein Ausbildungsniveau zu erreichen, dass dem von grundständig ausgebildeten Lehrkräften gleichwertig ist. Diese Lehrkräfte verfügen grundsätzlich über Lehrbefähigungen in zwei Unterrichtsfächern. Eine Lehrbefähigung in einem Fach wird durch eine wissenschaftliche Ausbildung an einer sächsischen Universität sowie eine anschließende schulpraktische Ausbildung analog zum Vorbereitungsdienst erworben.

a) Wenn Ihre Vorqualifikation bereits hinreichende Studienleistungen in einem Unterrichtsfach beinhaltet, müssen Sie also zwei Qualifizierungsbausteine durchlaufen: das Studium eines zweiten Faches und eine schulpraktische Ausbildung. Unter Berücksichtigung Ihres konkreten Einsatzes in der entsprechenden Schulart ergibt sich die Reihenfolge der zu absolvierenden Bausteine. Bei einer Tätigkeit in Grund- oder Förderschulen sind aufgrund des besonderen Tätigkeitsprofils der in diesen Schularten benötigten Lehrkräfte zuerst die wissenschaftliche Ausbildung und anschließend der Vorbereitungsdienst zu durchlaufen. In den weiterführenden Schularten (Mittel-/Oberschule, Gymnasium, Berufsbildende Schule) beginnen Sie mit einer schulpraktischen Ausbildung in Ihrem bereits studierten Fach. Das Studium eines zweiten Faches folgt dann danach.

Beispiel: Hochschulabschluss als Germanist/-in (Umfassende Studienleistungen im Unterrichtsfach Deutsch sind nachgewiesen.)

Bei Qualifizierung für das Lehramt Grundschule:

  1. Baustein: wissenschaftliche Ausbildung in der Grundschuldidaktik (berufsbegleitend, vier Semester)
  2. Baustein: Schulpraktische Ausbildung (berufsbegleitend, zwölf Monate)

Bei Qualifizierung für das Lehramt Mittelschule:

  1. Baustein: schulpraktische Ausbildung im Fach Deutsch (berufsbegleitend, zwölf Monate)
  2. Baustein: wissenschaftliche Ausbildung in einem zweiten Fach. Für folgende Bedarfsfächer werden derzeit Ausbildungen angeboten: Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Informatik, WTH und Englisch (berufsbegleitend, mindestens vier Semester)

b) Wenn Ihre Vorqualifikation keine hinreichenden Studienleistungen für eine Zuordnung zu einem Unterrichtsfach beinhaltet, absolvieren Sie zwei wissenschaftliche Ausbildungen (zwei Fächer) sowie eine schulpraktische Ausbildung.

c) Wenn Sie hinreichende Studienleistungen in zwei Fächern der gewünschten Schulart nachweisen können, erfüllen Sie bereits die Voraussetzungen für eine Zulassung zum Vorbereitungsdienst und können sich direkt dafür bewerben.

Wie lange dauert die Qualifizierung?

Das kommt darauf an, wie viele Bausteine Sie durchlaufen. Für die wissenschaftliche Ausbildung in einem Fach müssen Sie mit mindestens vier Semestern (zwei Jahre) rechnen, die schulpraktische Ausbildung bzw. der berufsbegleitende Vorbereitungsdienst dauert zwölf Monate.

Wird mein Fach anerkannt? Wo findet die berufsbegleitende Qualifizierung statt und wie ist sie organisiert? Wie hoch wird mein Gehalt sein? Das Thema Seiteneinstieg wirft für Interessierte zahlreiche weitere Fragen auf. Antworten gibt die Website www.Lehrer-werden-in-Sachsen.de. Hier finden Sie neben einer E-Mail-Adresse für individuelle Fragestellungen auch die Bewerbungsunterlagen und alle Informationen zum Einstellungsverfahren und zum Vorbereitungsdienst. Bewerbungstermine 2017 für die Einstellung als Seiteneinsteiger sind Mitte April und Mitte November. Die Einstellungstermine werden individuell vereinbart. Bewerbungsfristen für den Vorbereitungsdienst (Dauer: 18 Monate) sind der 01.03.2017 und der 01.09.2017, er beginnt dann am 01.08.2017 bzw. 01.02.2018.

Hintergrund: Warum Sachsen Seiteneinsteiger einstellt

Offene Lehrerstellen mit ausgebildeten Lehrern zu besetzen wird immer schwerer. Das gilt für alle Bundesländer, denn der Lehrerarbeitsmarkt ist deutschlandweit leergefegt. Ursache dafür ist in erster Linie der Generationswechsel in den ostdeutschen Lehrerzimmern. Der unerwartete Zustrom an Flüchtlingen im Jahr 2015 hat die Situation zusätzlich verschärft. In Sachsen steigen außerdem aktuell die Schülerzahlen deutlich an. Zeitgleich gehen immer mehr Lehrerinnen und Lehrer in den Ruhestand – viele davon noch vor dem Erreichen ihres regulären Renteneintrittsalters. Eine deutliche Zunahme sächsischer Lehramtsabsolventen ist jedoch erst ab dem Jahr 2019 zu erwarten. In dieser Situation hat Sachsen 2015 und 2016 1.134 Seiteneinsteiger eingestellt.

Manja Kelch, Redakteurin für Social Media in der Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

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